abgedreht_Preise

Preise für den Filmnachwuchs


Feierlicher Abschluss des 30. Hamburger Nachwuchsfilmfestivals »abgedreht!« war der Jubiläumsabend mit Preisverleihung am 14.12.2018 im Metropolis Kino. Insgesamt fünf Teams bzw. Einzelpersonen wurden ausgezeichnet, darunter Schülerinnen und Schüler des Lycée Français de Hambourg »Antoine de Saint-Exupéry« für ihren Anti-Mobbing-Film Das Opfer. Der Täter und die HAW-Studentin Magda Kreps für ihren Animationsfilm Die Doppelung.

 

In dem Film Die Doppelung visualisiert Magda Kreps, Studentin an der HAW Hamburg, Department Design, das Gefühl der Scham. Laut Jury (Dario Becker, Filmfest Hamburg; Laura Schubert Mo & Friese KinderKurzFilmFestival Hamburg; Julia Ritschel, Regisseurin) gelingt ihr dies mit einer »ganz besonderen Handschrift«, mit »spielerischen Bildern und einer subtilen Montage«. Eine weitere Auszeichnung erhalten die Schülerinnen und Schüler des Lycée Français de Hambourg »Antoine de Saint-Exupéry« für ihren Film Das Opfer. Der Täter über Mobbing, Verwundbarkeit und Rachegefühle. Vor allem trage, so die Jury, der charmante Hauptdarsteller Raphael »auf eindrückliche Weise dazu bei, dass sich der Film nicht in moralischen Dogmen verliert«. Ausgezeichnet wurde außerdem der Trickfilm Die Prinzessin und das Monster, realisiert von Hamburger Kita-Kindern und Grundschüler*innen. Das Projekt entstand im Rahmen des Medienprojektes »Haste Töne?« der Rudolf-Ballinn-Stiftung und hat die Jury in puncto Einfallsreichtum überzeugt. Einen Preis für die beste Independent-Produktion erhielt Akim Trüller für seinen Film Falsehood über einen jungen Afrikaner, der nach Europa kommt, um für sich und seine Familie ein besseres Leben aufzubauen, jedoch schon bald mit der harten Realität konfrontiert wird. Die Jury zeigte sich vor allem beeindruckt von der Inszenierung, vom Farbkonzept und von der Tonästhetik. Der Publikumspreis geht an Alles oder nichts, ein Actionfilm à la Ocean Eleven von Conny Padberg und Jonathan Quast.

 

»Um den Filmnachwuchs in Hamburg müssen wir uns keine Sorgen machen! Nicht nur die Preisträgerfilme sind großartig, sondern alle für unser Programm ausgewählten Filme zeichnen sich durch erzählerischen Einfallsreichtum und cineastisches Experimentierfreude aus«, sagt Festivalleiter Lars Hertling, der nach zehn Jahren die Festivalleitung abgibt. Seine Nachfolgerin ist die Kultur- und Medienmanagerin Carina Steffen-Schwering.

 

Insgesamt 45 Kurzfilme von Schüler*innen, Studierenden und jungen Erwachsenen bis 27 Jahren aus Hamburg und der Metropolregion wurden am 13. und 14. Dezember auf der großen Kinoleinwand gezeigt und von den Filmemacher*innen persönlich vorgestellt. Tipps gab es von Filmexpert*innen, die als Medienpädagog*innen, Filmwissenschaftler*innen bei Festivals, in Schulen oder bei der Filmförderung arbeiten. Rund 800 Besucher kamen zur diesjährigen Ausgabe des Hamburger Nachwuchsfilmfestival »abgedreht«! ins Metropolis Kino.

 

Das Hamburger Nachwuchsfilmfestival »abgedreht«! begann 1988 unter dem Namen »abgezoomt - die Hamburger Film- und Videoschau von und für Schüler« als dreitägige Filmschau, wurde zwischenzeitlich auf einen Festivaltag verkürzt, hieß dann »abgedreht: Hamburger Jugendmediale« und hat sich unter dem jetzigen Namen als zweitägiges Festival in der Hansestadt fest etabliert. Veranstalter sind der jaf – Verein für medienpädagogische Praxis Hamburg e.V., das Jugendinformationszentrum (JIZ) Hamburg und das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, weiterer Unterstützer ist das Metropolis Kino.

 

Foto: Claudia Meiners

Bettermakers

Filme für ein besseres Miteinander


Noch bis zum 15. Februar 2019 können Jugendliche bis 19 Jahre ihren Film für den neuen Wettbewerb »Film uns Deine Meinung!« auf der sozialen Videoplattform Battermakers hochladen. Gesucht werden Kurzfilme bis maximal 4 Minuten, in denen Jugendliche gesellschaftliche Probleme wie zum Beispiel Umweltschutz, Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, Generationenvertrag, Diskriminierung oder Altersarmut thematisieren und ihre Vorstellungen von einem besseren gesellschaftlichen Miteinander sichtbar machen.

 

 »Dabei sind alle Filmgenres erlaubt. Der Kurzfilm kann allein, im Team, in der Schule oder in Jugendeinrichtungen realisiert werden«, sagt Esther Kaufmann, Projektleitern von Bettermakers. Eine Jury aus Jugendlichen und Branchenprofis unter anderem mit Lars Jessen (Regisseur und Produzent), Anne Wendelin (Studio Rakete GmbH), Sören Wendt (Animationsregisseur), Jon Frickey (Animationsregisseur), Marcel Wicker (Pinkstinks Germany e.V.) und Michael Krennerich (Vorsitzender des Nürnberger Menschenrechtszentrums), wählt die drei besten Filme aus. Die Gewinner*innen des zweiten und dritten Preises erhalten Gutscheine in Höhe von 150 und 250 Euro für Filmequipment, der/die Gewinner*in des ersten Preises darf an einem hochwertigen Filmworkshop teilnehmen.

 

Die soziale Videoplattform www.better-makers.de ist ein Projekt der Hamburger Initiative für Menschenrechte. In einer Pilotphase wurden in Kooperation mit einigen Hamburger Schulen erste Videos für die Plattform produziert und die Website nach den Wünschen der Jugendlichen entwickelt. Ein weiterer Bestandteil der Plattform sind Umfragen zu bestimmten gesellschaftsrelevanten und politischen Themen. Geschulte gleichaltrige Moderator*innen geben Impulse und greifen, wenn nötig, in Diskussionen ein.

»Mit unserem Projekt möchten wir Hamburger Jugendliche über das Medium Film zum Nachdenken anregen und miteinander ins Gespräch bringen. Unsere Plattform www.better-makers.de bietet Jugendlichen einen digitalen Raum, in dem sie ohne Hemmschwelle Meinungsbildung üben, sich über Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen, austauschen und gemeinsam neue Utopien entwickeln können«, sagt Susanna Hegewisch-Becker von der Hamburger Initiative für Menschenrechte.

 

Ein Film des Bettermaker-Projektes hat es aktuell in die Auswahl für das diesjährige Hamburger Nachwuchsfilmfestival »abgedreht!« geschafft: Der Animationsfilm Stoppt Diskriminierung von Anna Stolper, Samira Mansuri und Rosalie Reschke wurde am Donnerstag, 13.12.2018 um 12.30 Uhr im Metropolis Kino auf der großen Leinwand gezeigt. Die drei Schülerinnen des Corvey Gymnasiums realisierten das Projekt im Rahmen ihrer Film AG und der Hochbegabten-Förderung und mit Unterstützung der Filmemacherin Barbara Dévény und den Lehrerinnen Isabel Peters und Lisa Liepelt.

 

Projektleiterin Esther Kaufmann: »Wir sind sehr stolz auf die Macher*innen des Films, die die Werte und das Motto unseres Projekts Bettermakers so wunderbar umgesetzt und eine spannende kreativ-künstlerische Ausdrucksform gefunden haben.«

 

Foto: Bettermakers

abgedreht

Ein Fest für den Filmnachwuchs


Am 13. und 14.12.2018 präsentiert sich der Filmnachwuchs aus Hamburg und Umgebung im Metropolis Kino: 44 Kurzfilme, realisiert von Schülerinnen und Schülern, jungen Erwachsenen und Studierenden bis 27 Jahren, werden beim 30. Hamburger Nachwuchsfestival »abgedreht!« in sieben Programmblöcken auf der großen Leinwand präsentiert und im Anschluss mit dem Publikum und mit Experten aus der Film- und Fernsehbranche diskutiert.

 
Stolz sind die Festivalmacherinnern und -macher im Jubiläumsjahr nicht nur auf den großen Zuspruch, sondern auch auf die vielen ehemaligen und heute in der Banche bekannten Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie Fatih Akin, Angelina Maccarone, Janek Rieke, Ayse Polat, Martina Plura und Özgür Yildirim. Der Hamburger Regisseur (Chiko, Blutzbrüdaz, Boy7 und Nur Gott kann mich richten) kann sich noch gut an die Vorstellung seines ersten Kurzfilms Don Juan de Türko in der Hamburger Markthalle erinnert. Das war im Jahr 2000, als das Festival noch »abgezoomt« hieß: »Die Leinwand und das Publikum beeindruckten mich sehr, vorher schauten nur Freunde und Familie meine Filme auf meinem Röhrenfernseher«, so Yildirim.

 

Festivalleiter Lars Hertling: »Diese Karrieren freuen uns natürlich riesig! Unser Festival ist eines der ältesten Nachwuchsfestivals in Deutschland und bis heute eine wichtige Plattform für junge, film- und kinobegeisterte Menschen aus Hamburg und der Metropolregion, die selber Filme drehen und die sich mit dem Medium ernsthaft und kreativ auseinandersetzen. Das Erlebnis Kino, mit dem eigenen Werk dabei zu sein und das Feedback, der Applaus von Unbekannten ist zugleich Kritik und Wertschätzung der eigenen Arbeit und eine Ermutigung zum Weitermachen. Darüber hinaus entstehen hier Verbindungen und Kontakte, die sehr wertvoll sein können.«

 

Gezeigt werden in diesem Jahr Komödien, Horror- und Historienfilme, Literaturverfilmungen, animierte Kurzfilme, Musikvideos und ein Aufklärungsfilm. Es geht um Umweltschutz, um Schutz vor Diskriminierung, um Flucht und Verfolgung, um Konflikte in der Familie, um Sehnsüchte und Superhelden-Kräfte. Die Filme wurden von Einzelpersonen gemacht oder sie sind in Teamarbeit an Schulen, in Filmclubs oder medienpädagogischen Einrichtungen entstanden. Der längste Film ist 38 Minuten lang, der kürzeste Film dauert knapp 45 Sekunden. Gezeigt werden auch aktuelle Arbeiten von Studierenden der Hamburg Media School, der Hochschule für bildenden Künste und der HAW.

 

»Die Kernthemen haben sich in den drei Jahrzehnten nicht grundlegend geändert«, erläutert Lars Hertling. Es sind mehr die Darstellungsformen und Erzählweisen, die von den aktuellen Sehgewohnheiten und technischen Entwicklungen beeinflusst werden. Und was sich mit einer gewissen Verzögerung zeigt, sind gesellschaftliche Entwicklungen, Veränderungen in der Kommunikation und eine Grundstimmung unter den jungen Leuten.«

 

Die Preisverleihung am 14.12.2018 um 20 Uhr ist zugleich die offizielle Jubiläumsfeier mit vielen Gästen und mit einem Rückblick auf 30 bewegte und bewegende Festivaljahre. Kurzfilme der letzten drei Jahrzehnte werden in die jeweiligen sieben Programmblöcke mit eingebaut.

 

Das Hamburger Nachwuchsfilmfestival »abgedreht«! begann 1988 unter dem Namen »abgezoomt - die Hamburger Film- und Videoschau von und für Schüler« als dreitägige Filmschau, wurde zwischenzeitlich auf einen Festivaltag verkürzt, hieß dann »abgedreht: Hamburger Jugendmediale« und hat sich unter dem jetzigen Namen als zweitägiges Festival in der Hansestadt fest etabliert. Veranstalter sind der jaf – Verein für medienpädagogische Praxis Hamburg e.V., das Jugendinformationszentrum (JIZ) Hamburg und das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, weiterer Unterstützer ist das Metropolis Kino.

 

www.abgedreht-hamburg.de

Foto: Musik sein/Stadtteilschule Wilhelmsburg

 

 

Kunst und Protest

Kunst und Protest


Aid A fördert den Performance-Künstler Silvanos Mudzvova aus Simbabwe und ermöglichte am 13.11.2018 im Rahmen der Tage des Exils die Uraufführung seiner satirischen Performance »King of Mutapa« im Lichthof Theater.

 

Eine dunkle Bühne, auf dem Boden Laub, Räucherstäbchen, Federschmuck, Masken und Tierfelle: Der Performance-Künstler Silvanos Mudzvova ist King of Mutapa und Chronist einer vergangenen Zeit, die bis heute (nach)wirkt. Er schlüpft in die Rolle der Herrscher, der Eroberer, der Ahnen und Heiler, der Unterdrückten und Gefolterten, begleitet von den sich ständig wiederholenden Klängen der Mbira (Musik: Björn Norrgard). Mit vollem Körpereinsatz und großer Intensität vermittelt Mudzvova das Leid seiner Vorfahren und seines Landes. Wütend spricht er vom eigenen Schmerz und demonstriert grotesk hinter einer Masken-Fratze die Härte der Eroberer, der Regierenden und Herrschenden. Geschichte wiederholt sich.

 

Es ist auch die eigene Geschichte, die Silvanos Mudzvova mit seiner Performance im Rahmen der Tage des Exils preisgibt. Auch er ist Opfer des repressiven Regimes in Simbabwe und wurde wegen seiner regimekritischen Theaterarbeiten und seinen Aktionen im öffentlichen Raum unter dem ehemaligen Präsidenten Robert Mugabe verhaftet, entführt und gefoltert, zuletzt im September 2016. Seitdem ist er linksseitig gelähmt.

 

Mudzvova lebt und arbeitet aktuell in Manchester. Dort gründete er 2017 den Online TV-Kanal BhanditiTV als alternativen Medienkanal für Simbabwe. Im gleichen Jahr wurde er mit dem Václav Havel Prize for Creative Dissent ausgezeichnet, 2018 war er für den Freedom of Expression Award nominiert.

 

Sein Theaterstück »King of Mutapa« schrieb er 2017 als Stipendiat an der Universität Manchester. Die Uraufführung in Hamburg und das anschließende Publikumsgespräch mit Anne Jäger von saavy contemporary wurde durch den Verein Aid A  - Aid for Artists in Exil ermöglicht und finanziert. Weitere Aufführungstermine sind am am 24.11. (Brüssel), 25.11 (Gent), 1.12. (Oulu) und 3.12.2018 (Helsinki).

 

Aid A – Aid for Artists in Exile führt seit 2017 mit gleicher Buchstabenfolge aber unter neuem Namen und mit neuer inhaltlicher Ausrichtung die Arbeit des von Ariane Mnouchkine und Patrice Chéreau 1979 in Paris gegründeten Vereins AIDA (Association Internationale de Défense des Artistes /Internationale Vereinigung zur Verteidigung verfolgter Künstler) im Sinne ihrer Gründer*innen fort: »Wir werden Zeugnis ablegen, wir werden das Echo derjenigen sein, die um Hilfe rufen. Wir werden ihre Schriften vervielfältigen, ihre Zeichnungen nachmalen, ohne Unterlass ihre Worte wiederholen, ihre Musik aufführen«.

 

Fotos: Alexander Merbeth, Bente Stachowske

 

Erste Namen

Erste Namen


MediaSoundHamburg arbeitet unter Hochdruck am Programm für 2019. Schon zwei internationale MasterClasses stehen fest. Randy Thom kommt erneut nach Hamburg und leitet die MasterClass Sound Design. Für die MasterClass Foley konnte  MediaSoundHamburg-Leiter Achim Esser-Mamat Sue Harding und Adam Méndez gewinnen.

 

Die MasterClasses richten sich an SoundDesigner*innen, Tonmeister*innen, Toningenieur*innen, Musiker*innen, Komponist*innen, Regisseur*innen und Produzent*innen. Die Teilnehmer*innen erhalten im Vorfeld der Workshops eine Hausaufgabe zur Erstellung eines eigenen Sounddesigns, eines eigenen Foleys. Die Ergebnisse werden jeweils Teil der Diskussionen am letzten Tag des Workshops sein.

Die MasterClass Sound Design bietet die einzigartige Möglichkeit, in enger Zusammenarbeit mit einem der renommiertesten Sounddesigner unserer Zeit praktische Erfahrungen zu sammeln und persönliches Feedback zur eigenen Arbeit zu erhalten. Randy Thom plant, einige »On Location«-Aufnahmen zu machen, deshalb bitten wir alle Teilnehmer*innen, ihr eigenes Audio Recording Equipment mitzubringen. Es gibt einen ProTools-Arbeitsplatz für jede/jeden Teilnehmer*in, eigene Laptops/MacBook können mitgebracht werden.

 

In der MasterClass Foley werden die Teilnehmer*innen nach einem Theorieteil aufgefordert, selbst Geräusche aufzunehmen, zu editieren und zu präsentieren. Für jede/n Teilnehmer*in steht ein ProTools Arbeitsplatz zur Verfügung, eigene Laptops/MacBook können mitgebracht werden. Für die Foley-Recording Sessions wird gebeten, eigenes Audio-Recording-Equipment mitzubringen.

 

MediaSoundHamburg findet vom 9. bis 18. August 2019 statt.

Preise und Bilanz

Preise und Bilanz


Im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung sind am Abend vor dem Abschlussfilm Loro von Paolo Sorrentino im CinemaxX Dammtor die Preise des 26. FILMFEST HAMBURG vergeben worden. Festivalleiter Albert Wiederspiel freut sich über einen leichten Besucherzuwachs, trotz Herbstferien, und über den großen Erfolg des 16. MICHEL Kinder und Jugend Filmfest.

»Wir können mit rund 43.000 Besuchern erneut an das sehr gute Vorjahresergebnis anknüpfen und einen leichten Besucherzuwachs verzeichnen. Trotz oder gerade wegen Herbstferien und Feiertag hatte das Hamburger Publikum Lust auf Kino, auf Filme aus aller Welt, auf Diskussionen und Austausch«, sagt Festivalleiter Albert Wiederspiel. Besonders gerührt habe das Publikum die Verleihung des Douglas Sirk Preises an den iranischen Regisseur Jafar Panahi, dessen Tochter den Preis entgegennahm. »Ein Festivalmoment, den es vielleicht nur einmal gibt und den man nie vergessen wird.« Besonders erfreulich sei die Auslastung beim diesjährigen MICHEL Kinder- und Jugend Filmfest von rund 70 Prozent. Das zeitlich vorgelagerte Binnenalster Filmfest in Kooperation mit dem City Management Hamburg und mit dem Verein Lebendiger Jungfernstieg e.V. unter freiem Himmel, verzeichnete in diesem Jahr insgesamt über 10.000 Besucher an vier Abenden.

 

Informationen zu den Preisträger*innen finden Sie hier.

Das 27. FILMFEST HAMBURG findet vom 26. September bis 5. Oktober 2019 statt.

 

Foto: Filmfest Hamburg/Martin Kunze

Internationale Vernetzung

Internationale Vernetzung


Mit dem letzten Workshop-Tag der MasterClass Sound Design unter der Leitung des zweimal für den Academy Award nominierten mexikanischen Sounddesigners Martin Hernández ist am 17. Juni 2018 die 8. Media Sound Hamburg beendet worden.

Zehn Tage lang arbeiteten Filmkomponist*innen, Gamemusiker*innen und Sounddesigner*innen aus aller Welt in verschiedenen Workshops, MasterClasses und Foren an konkreten Projekten. Internationale Branchenprofis und renommierte Expert*innen gaben den Teilnehmer*innen aus 14 Ländern wertvolle Tipps für ihren weiteren beruflichen Werdegang. Insgesamt kamen vom 8. bis 17. Juni 2018 rund 500 Besucher*innen ins Elsa-Brändström-Haus in Hamburg-Blankenese zu Vorträgen, öffentlichen Foren, Preisverleihungen, Filmgesprächen und zur Farewell-Party, darunter auch die Stipendiat*innen Yohanan Bekele aus Äthopien, Louis Edlinger aus der Schweiz, Dora Filipovic aus Serbien, Mert Gencer und Hans Nieuwenhuijsen aus den Niederlanden und Rethabile Nyamate aus Südafrika.

 

»Wir freuen uns riesig, über die großartige Zusammenarbeit und die Unterstützung des Online-Portals Music In Africa. Dank eines Stipendiums konnten wir die sehr talentierte Filmkomponistin Rethabile Nyamate nach Hamburg einladen. Überhaupt liegt uns die Unterstützung von jungen Komponistinnen sehr am Herzen«, sagt Achim Esser-Mamat, Leiter der MediasSoundHamburg.

 

Highlights der diesjährigen MediaSoundHamburg für das Fachpublikum waren unter anderem die Masterclass SoundDesign mit dem mexikanischen Sound Editor und Sound Designer Martin Hernández (Oscar-Nominierungen für Birdman oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit und The Revenant – Der Rückkehrer), die MasterClass GameMusic mit dem finnischen Komponisten Ari Pulkkinen, der unter anderem die Musik für das Videogame Angry Birds komponierte, die MasterClass FilmMusic mit dem dänischen Komponisten Frans Bak (Doctor Foster, Lilyhammer, Thirteen Steps Down, Kommissarin Lund) und die MasterClass Orchestrierung mit dem Jazzpianisten, Komponisten und Arrangeur Kuno Schmid. Sehr gut besucht waren die Vorträge über Naturklänge, Urban Sound Design, Künstliche Intelligenz und Sound Branding.

 

Zum fünften Mal wurde im Rahmen von Media Sound Hamburg der Young Talent Award Media Music vergeben. Die Fachjury vergab in diesem Jahr zwei erste Preise an Lev Tyrnov aus der Ukraine und Rune Eskildsen aus Dänemark. Ihre eingereichten Werke für Streichquartett wurden am Abend der Preisverleihung vom renommierten Kaiser Quartett uraufgeführt.

 

Erstmals gab es in diesem Jahr den Nordic Media Sound Day mit Filmen und Workshops von Filmkomponist*innen und Sounddesigner*innen aus den skandinavischen Nachbarländern. Unter anderem stellte die finnische Klangkünstlerin Kirsi Ihalainen ihr neues Klangkunst- und Designprodukt KELOSOUND vor, Thomas Lund von Genelec referierte über Loudness Wars & Tipping Point. Zum Abschluss des Schwerpunkttages spielte der Jazzpianist Martin Tingvall einige Stücke aus seinem Programm. Untersützt wurde der Nordic Media Sound Day unter anderem vom dänischen Komponistennetzwerk BFM (Brancheklubben for Film- og Mediekomponister).

 

Parallel zur MediaSoundHamburg fand zeitgleich die Veranstaltungsreihe augenmusik für Schüler*innen, Auszubildende, Studierende, Lehrer*innen, Dozent*innen und Medienpädagog*innen statt. In verschiedenen Workshops, Vorträgen und Kinovorführungen wurde die Funktion von Ton, Geräuschen und Musik im Zusammenhang mit Bewegtbildern beleuchtet. Highlights des Programms waren die ausgebuchten Workshops »Wie entstehen Geräusche im Film« für Schulklassen ab Klasse 6 und die Filmvorführung der internationalen Kinoproduktion Astrid von Pernille Fischer Christensen in Anwesenheit der dänischen Filmkomponisten Nicklas Schmidt.

 

MSH Media Sound Hamburg ist ein Projekt der Internationalen Film,- Fernseh- & Musik-Akademie. Neben der Behörde für Medien und Kultur der Freien und Hansestadt Hamburg sind als langjährige Sponsoren und Partner unter anderem die Fondation SUISA, Buma Cultuur, die Berufsvereinigung Filmton, DEFKOM, der Composers Club e.V., die Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft, Hamburg Kreativ Gesellschaft, HAW und die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein mit dabei.

 

Die 9. Internationale Sommerakademie für Filmmusik, Gamemusic und Sounddesign findet vom 9. bis 18. August 2019 in Hamburg statt.

Filmreise

Filmreise


Das diesjährige Plakatmotiv, gestaltet von der Agentur Hansen/2, spielt mit einem visuellen Filmzitat.

 

»Es geht uns vor allem um das kollektive Filmerleben im Kino, um das kollektive Erinnern an Filme, die uns bewegt, begeistert und geprägt haben«, sagt Festivalleiter Albert Wiederspiel. Das Plakat solle Lust machen auf zehn intensive und emotionale Festivaltage und »unser Publikum mitnehmen auf eine filmische Entdeckungstour rund um den Globus.«

Das Plakatmotiv greift außerdem das Key-Visual des Vorjahres, den gelben Friesennerz, wieder auf und ist in seiner Anmutung modern und nostalgisch zugleich: »Wir haben das Plakat von der Hamburger Illustratorin Eva Salzmann malen lassen, so wie es in den Glanzzeiten des Kinos üblich war und auch heute wieder modern ist.«

FILMFEST HAMBURG findet vom 27.September bis 6.Oktober 2018 statt. Gezeigt werden über 130 Produktionen aus aller Welt als Europa-, Deutschland- oder Hamburg-Premieren. Festivalkinos sind das Abaton, CinemaxX Dammtor, Metropolis, Passage und das Studio-Kino.

 

Foto: Hansen/2

Spatzen-Jubel

Spatzen-Jubel


Der Animationsfilm Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper von Toby Genkel und Reza Memari ist am vergangenen Freitag im Münchner Prinzregententheater mit dem Bayerischen Filmpreis in der Kategorie »Bester Kinder- und Jugendfilm« ausgezeichnet. Den Preis teilen sich die Berliner Knudsen & Streuber Medienmanufaktur und die Hamburger Produktionsfirma Ulysses Filmproduktion.

 

»Um einen Animationsfilm in dieser hohen Qualität und Liebe zum Detail herzustellen, braucht es viele Partner, viel Arbeit und viel Geduld. Vor allem aber braucht er eines: Ein gute Drehbuch. Und das ist bei diesem in großen Bögen erzählten Film der Fall«, heißt es in der Jurybegründung.

 

»Wir freuen uns riesig über die Auszeichnung aus dem Süden. Das Drehbuch zu Überflieger, geschrieben von Reza Memari, hat mich sofort begeistert. Die Geschichte über den kleinen ambitionierten Vogel musste einfach auf die Leinwand! Und so haben wir alle Kräfte gebündelt und mit starken Produzenten und erfahrenen europäischen Animationsstudios diesen berührenden, lustigen und spannenden Film produziert«, sagt Emely Christians, Geschäftsführerin der Ulysses Filmproduktion in Hamburg.

 

Um die Bedeutung des Kinofilms als Kulturgut herauszustellen, verleiht die Bayerische Staatsregierung seit 1979 auf Vorschlag einer unabhängigen Jury den Bayerischen Filmpreis »Pierrot« für hervorragende Leistungen im deutschen Filmschaffen.

 

Nach dem erfolgreichen Animationsfilm Ooops! Die Arche ist weg… konnte Ulysses Films für Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper erneut den Hamburger Regisseur Toby Genkel gewinnen. Das Storyboard und auch das Character Design wurden in der Hansestadt realisiert.

 

Der Film erzählt die Geschichte vom verwaisten Spatz Richard, der von Störchen groß gezogen wurde und glaubt, selber ein Storch zu sein. Als seine Pflegefamilie im Winter nach Afrika zieht, können sie ihn nicht mitnehmen. Doch Richard beschließt ihnen nachzufliegen. Zusammen mit einer verrückten Eule und einem eigenwilligen Wellensittich macht er sich auf die Reise, um zu beweisen, dass er sehr wohl ein Storch ist.

 

Die internationale Koproduktion mit Partnern aus Belgien, Norwegen und Luxemburg feierte im vergangenen Jahr Weltpremiere auf der Berlinale und wurde von Global Screen weltweit verkauft. Wild Bunch hat den Film im Mai 2017 in den deutschen Kinos gestartet, die DVD und Blu-ray gibt es seit Oktober 2017 im Handel.

 

Seit 2004 entwickelt, finanziert und realisiert Ulysses Films qualitativ hochwertiges Family Entertainment mit Partnern aus Europa. Für Ooops! Die Arche ist weg… ist Emely Christians 2016 von der europäischen Animationsbranche zur Produzentin des Jahres gewählt worden. 

Foto: BR - Bayerischer Filmpreis

And the Winner is..

And the Winner is...


Abschluss des 29. Hamburger Nachwuchsfestival »abgedreht!« war die feierliche Preisverleihung am Freitagabend im Metropolis Kino. Insgesamt fünf Teams wurden ausgezeichnet, darunter Studierende der HMS für ihren Erstsemesterfilm »Der Po-pulist« sowie Schülerinnen und Schüler der Goethe Schule Harburg und des Friedrich-Ebert-Gymnasiums für das offizielle Musikvideo zum Song »Spanky« des Hamburger Musikers und Schauspielers Jacques Palminger & 440 Hz Trio.

 

Der Preis für den besten Sudentenfilm geht an das Team der Hamburg Media School (Paula Lichte/Produktion, Sandra Schröder/Regie, Laura Weigel/Drehbuch, Daniel Leibold/Kamera) für ihre Erstsemesterarbeit Der Po-pulist, die laut Jury (Nina Harling, Gymnasium Lerchenfeld; Ulrike Dobelstein-Lüthe, Leitung Weiterbildung an der Hamburg Media School; Moritz Boll, freier Filmemacher/Kiel; Stefan Gieren, freier Produzent/Hamburg) »handwerklich einwandfrei erzählt und bis zum Detail durchdacht wurde«. Das Musikvideo Jacques Palminger & 440 Hz Trio: Spanky (für BeatUp) der Schülerinnen und Schüler von der Goethe Schule Harburg und des Friedrich-Ebert-Gymnasiums begeisterte die Jury hinsichtlich Teamarbeit und Mut zum Ungewöhnlichen und wurde als Bester Schülerfilm gekürt. Den Preis für den besten Independent Film haben Marvin Bogatsch und Peter Neugebauer für ihren Film Captured gewonnen. Die Jury lobte die professionelle Umsetzung dieses Genrefilms, der ohne große finanzielle Unterstützung entstanden ist. Mit dem Sonderpreis für die Liebe zum Erzählen ist der Film Alternativer Urlaub von Julius Fabian Erich Kolbeck und Fynn Lasse Klüver ausgezeichnet worden. Die Jury war beeindruckt, wie die beiden 14-jährigen Filmemacher ohne Anleitung, Vorwissen und Unterstützung dieses Filmprojekt humorvoll und mit viel Liebe zum Erzählen und zum Detail umgesetzt haben. Eine lobende Erwähnung wurde für den Film Go Went Gone – Fuck Shit Fuck von Lisa Zielke unter anderem für ihre »schmerzhaft authentische Figurenzeichnung« ausgesprochen. Der Publikumspreis geht an den zum Teil animierten Kurzfilm Escape von Jan Fuduric, der eine Geschichte von Flüchtlingen auf besondere Weise erzählt.

 

»Wir gratulieren allen Preisträgerinnen sehr, sehr herzlich. Nicht nur die prämierten, sondern alle ausgewählten Filme zeichnen sich durch eine große Liebe und Leidenschaft fürs Erzählen und für das Kino aus«, sagt Festivalleiter Lars Hertling. Insgesamt 43 Kurzfilme von Schüler*innen, Studierenden und jungen Erwachsenen bis 27 Jahren aus Hamburg und der Metropolregion wurden am 14. und 15. Dezember auf der großen Kinoleinwand gezeigt und von den Filmemacher*innen persönlich vorgestellt. Tipps gab es von Filmexpert*innen. die als Medienpädagog*innen, Filmwissenschaftler*innen bei Festivals, in Schulen oder bei der Förderung arbeiten. Knapp 800 Besucher kamen zum diesjährigen Festival, das im nächsten Jahr 30-jähriges Jubiläum feiert.

 

Das Hamburger Nachwuchsfilmfestival »abgedreht«! wird veranstaltet vom jaf – Verein für medienpädagogische Praxis Hamburg e.V., vom Jugendinformationszentrum (JIZ) Hamburg und dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung. Weitere Unterstützer sind das Metropolis Kino, das Mediennetz Hamburg e.V. und das up-and-coming Internationales Film Festival Hannover.

Foto: Claudia Meiners

 

Es geht weiter - auch international

Es geht weiter - auch international


Mit der feierlichen Preisverleihung ist gestern das 3. KLAPPE AUF! Festival in Hamburg zu Ende gegangen. Festivalleiter Andreas Grützner freut sich über den großen Zuspruch des Hamburger Publikums und will das von der Evangelischen Stiftung Alsterdorf veranstaltete Festival zukünftig national und international noch stärker in der Branche verankern, um auf das Thema Barrierefreiheit hinzuweisen.

 

 »Im Grunde sollten alle Festivals weltweit barrierefrei zugänglich sein, dann muss es uns nicht mehr geben«, sagte Andreas Grützner bei der Podiumsdiskussion mit den Kooperationspartner*innen und Kolleg*innen vom barrierefreien Engelisz Filmfestival in Ankara. Doch der Weg bis dahin sei noch weit, waren sich alle Gesprächspartner*innen einig. Beide Festivals möchten in Zukunft noch intensiver zusammenarbeiten. Ihr Ziel ist es, ein internationales Netzwerk mit anderen barrierefreien Festivals aufzubauen, um sich regelmäßig auszutauschen und in den jeweiligen Ländern auf die Bedeutung der Festivalarbeit hinzuweisen. Diese könne nur durch Kontinuität und eine ausreichende finanzielle Unterstützung gewährleistet werden.

 

Insgesamt knapp 1000 Festivalbesucher kamen vom 10.bis 12. November 2017 ins Metropolis Kino. Gezeigt wurden 35 Kurzfilme in fünf Programmblöcken, die zuvor vom Auswahlteam, bestehend aus Menschen mit und ohne Behinderung, ausgewählt und von Moderator*innen Teams und mit zahlreichen Gästen auf der Bühne vorgestellt wurden.

 

Die Jury (Gerd Roscher, Idil Üner, Katharina Friese, Benjamin Piwko und Doro Karl) hat sich entschieden, einen Film mit einer lobende Erwähnung zu ehren, und den zweiten Preis ex aequo zu vergeben: Lobend erwähnt wurde der Film Wartezeit von Clara Stern. Den zweiten Preis teilen sich der dokumentarische Kurzfilm Herr und Frau Müller von Dominique Klein und Die Badewanne von Tim Ellrich. Der erste Preis geht an den Experimentalfilm Kaltes Tal von Florian Fischer und Johannes Krell. Der Publikumspreis wurde an den Film Elisa von Kristina Shtubert vergeben, mit dem Teampreis ist der Film Etage X von Francy Fabritz ausgezeichnet worden.

 

Das Festival KLAPPE AUF! wird veranstaltet von der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und gefördert durch die Aktion Mensch. Weitere Unterstützer sind unter anderem die Sparda Bank.

Foto: Kathrin Brunnhofer