Festival-Experiment

Festival-Experiment mit Zukunft


Das viertägige VRHAM! Virtual Reality & Arts Festival ist am 7. Juni 2020 mit der Vergabe des Publikumspreises an die Experience Gravity VR und einem Konzert in Kooperation mit dem Schleswig-Holstein Musik Festival zu Ende gegangen.

 

»Unser Experiment, mit VRHAM! VIRTUAL das Festival für internationale VR-Kunst in den virtuellen Raum zu verlegen, ist geglückt«, so Ulrich Schrauth. Der künstlerische Leiter freut sich über die positive Resonanz der nationalen und internationalen Gäste und über den großen Zuspruch. »Allein über 600 Registrierungen auf unserer Website für die Brillen-Rabatt-Aktion in Kooperation mit grover.com und DKB, für Steam-Codes und Freischaltungen, dazu kommen weit über 2000 Besucher*innen, die unsere Eröffnung am Donnerstag verfolgt haben. Hochgerechnet auf die vier Festivaltage gehen wir aktuell von über 20.000 Viewern auf unseren Kanälen inklusive Museum of Other Realities und Magenta VR aus“, sagt Ulrich Schrauth.

 

Der Publikumspreis für die beste Experience des künstlerischen Programms geht an Gravity VR von Fabito Rychter und Armir Admoni. Die beiden Künstler setzen sich mit dem Fallen auseinander und inszenieren es als ein friedliches Schweben in der Schwerelosigkeit. Der bereits bei der Eröffnung von einer internationalen Fachjury (Liz Rosenthal, Jesse Damiani, Kay Watson) vergebene VRHAMMY Award mit freundlicher Unterstützung der ZEIT-Stiftung geht an The Key von Celine Tricart. Eine lobende Erwähnung wurde für Daughters of Chibok von Joel ‘Kachi Benson ausgesprochen.

 

Highlights des Programms waren unter anderem der Artist Talk mit den Künstler*innen Michelle-Marie Letelier (The Bone), Christian Lemmerz (La Apparizione) und Michel Lemieux (iCarus), über die Möglichkeiten von VR-Kunst in Zeiten physischer Distanz. In Kooperation mit der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein wurden im Rahmen des Residency-Programms die Projekte Captured und The smallest of Worlds – a Social Landscape of collected Privacy vorgestellt. Die CyberRäuber haben Einblicke gegeben in ihre theatrale Installation CyberBallett. VRHAM! VIRTUAL endete am 7. Juni musikalisch: In Kooperation mit dem Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) und mit Unterstützung der NORDAKADEMIE-Stiftung wurde das Werk Tessellatum von Donnacha Denney live von Viola da Gamba-Spieler Liam Byrne zusammen mit den Musiker*innen Johanna Ruppert (Violine), Friedemann Slenczka (Viola), Simone Drescher (Violoncello) und Kristina Edin (Kontrabass) aus dem Festivalhub in das Museum of Other Realities und auf YouTube übertragen. Das aufgezeichnete VRHAM!-Konzert aus dem Oberhafen wird als eines von drei »Moondog-Konzerten« der Startschuss sein für den »Sommer der Möglichkeiten« des diesjährigen Schleswig-Holstein Musik Festivals.

 

Zahlreiche Partner haben die digitale Ausgabe des seit 2018 stattfindenden Festivals unterstützt. Ulrich Schrauth: »Mit VRHAM! VIRTUAL haben wir erfolgreich die wachsenden digitalen Möglichkeiten erforscht. Noch nie hat ein Festival mit Begegnung und sozialer Interaktion im virtuellen Raum stattgefunden. Wir haben mit dieser Ausgabe eine virtuelle Variante von VRHAM! –  inklusive einer von INVR.Space großartig gestalteten virtuellen Gleishalle –  kreiert, die mit uns weiter wachsen wird und uns die Chance eröffnet, bei allen kommenden Editionen neben der physischen Durchführung auch ein digitales VRHAM! Festival anzubieten.«

Die 18 Arbeiten aus dem künstlerischen Programm können noch bis zum 4. August 2020 im Museum of Other Realities und über die Magenta VR App erlebt werden.

 

Das vierte VRHAM Virtual Reality & Arts Festival findet als physisches Festival  voraussichtlich Anfang Juni 2021 im Hamburger Oberhafenquartier statt.

Klein aber (sehr) fein

Klein aber (sehr) fein


FILMFEST HAMBURG findet statt! Vom 24. September bis 3. Oktober 2020 wird es eine der aktuellen Situation angepasste 28. Ausgabe des Hamburger Publikumsfestivals geben - mit Kinovorführungen und einem digitalen Film- und Rahmenprogramm.

Das FILMFEST-Team zeigt in diesem Jahr bis zu 70 Filme in zehn Sektionen. Geplant sind Filmaufführungen in den sechs üblichen Festivalkinos Abaton, CinemaxX Dammtor, Passage, Metropolis und Studio Kino. Aufgrund der zu erwartenden Platzbeschränkungen in den Kinos bietet FILMFEST HAMBURG zusätzlich Streaming-Tickets an, um die Platzkapazitäten der jeweiligen Kinos voll auszuschöpfen.

»Seit dieser Woche ist ein Kinobesuch in Hamburg wieder möglich! Wir freuen uns für alle Kinobegeisterten und auch für die Kinobetreiber·innen. Das motiviert uns wirklich sehr, mit allen Beteiligten, mit unseren Partnern und Sponsoren, die uns auch in der aktuellen Situation weiterhin treu zur Seite stehen, in diesem Jahr eine kleine, feine, etwas andere Festivalausgabe auf die Beine zu stellen«, sagt FILMFEST HAMBURG-Leiter Albert Wiederspiel.
Auch wird die 17. dokumentarfilmwoche hamburg bei FILMFEST HAMBURG zu Gast sein und Teile ihres Festivalprogramms nachholen, das im April 2020 ausfallen musste. Die dokumentarfilmwoche wird am letzten Filmfest-Wochenende das Metropolis bespielen und mit Filmemacher·innen sprechen. Das 2019 eingeführte Programm »Filmfest ums Eck« mit Filmaufführungen in den Stadtteilkinos wird fortgeführt.

FILMFEST HAMBURG verzichtet bei den Filmeinreichungen für die diesjährige Ausgabe auf den deutschen Premierenstatus. Auch die Wettbewerbe werden ausgesetzt. Einzige Ausnahme ist der mit 5.000 Euro dotierte Commerzbank-Publikumspreis, der in diesem Jahr an den besten Film des gesamten Festivals verliehen wird. Nach den Filmen wird es in den Kinos digitale Live-Gespräche oder vorab aufgezeichnete Q&A's mit den Gästen geben, die alle auch auf der FILMFEST-Website abrufbar sein werden. »Wir freuen uns über jeden Gast, der im Herbst den Weg nach Hamburg findet. Aufgrund der Reisebeschränkungen werden sicherlich weniger Filmemacher·innen kommen können«, sagt Albert Wiederspiel. »Trotzdem möchten wir unseren Besucher·innen so viel Festivalfeeling wie möglich vermitteln, dazu gehören immer auch die Gespräche am Ende eines jeden Films. Die Rahmenveranstaltungen für Branche und Publikum werden ebenfalls an die aktuelle Situation angepasst. Das heißt auch unsere Talks und Panels sowie die Bargespräche mit den Filmemacher·innen im Fokus und das Cinephile Quartett werden überwiegend digital stattfinden.«

Aufgrund des bundesweiten Verbots von Großveranstaltungen bis Ende August und der erschwerten Planbarkeit, wird es in diesem Jahr kein Binnenalster Filmfest geben. Das Festival unter freiem Himmel ist eine Kooperation mit dem City Management und dem Verein Lebendiger Jungfernstieg und sollte zum Filmfest-Auftakt und zur Spielzeiteröffnung der Hamburgischen Staatsoper ursprünglich vom 3. bis 6. September 2020 stattfinden.

VRHAM! VIRTUAL

Gemeinsam virtuell VR Kunst entdecken


Das VRHAM! Virtual Reality & Arts Festival 2020 findet statt: Festivalbesucher*innen aus Hamburg und aller Welt sind ab dem 4. Juni 2020 eingeladen, ausgewählte Virtual-, Augmented- und Mixed Reality-Kunstwerke im digitalen Raum zu erleben, internationale Künstler*innen zu treffen, sich digital auszutauschen und an einem virtuellen Festival mit Eröffnung, Partnerevents und Live-Programm teilzunehmen. Einreichtermin für 360°-Filme, die sich künstlerisch mit der aktuellen Situation auseinandersetzen, ist der 8. Mai 2020. VRHAM! VIRTUAL wird in Zusammenarbeit mit dem Museum of Other Realities (MOR) und Kaleidoscope, dem weltweit wichtigsten Netzwerk für Virtual Reality-Kunst, präsentiert.

 

»Die momentane Situation in Bezug auf die akute COVID-19-Pandemie stellt auch uns vor große Herausforderungen. Das VRHAM! Virtual Reality & Arts Festival präsentiert VR-Kunst aus aller Welt und lebt von der persönlichen Begegnung zwischen Publikum und Künstler*innen, wie schon bei unseren letzten beiden sehr erfolgreichen Festivaleditionen im Hamburger Oberhafen. In diesem Jahr ist alles anders, und wir machen aus der Not eine Tugend: Mit VRHAM! VIRTUAL bieten wir 2020 eine überwiegend digitale Version unseres Festivals an, mit so viel Festivalfeeling wie möglich«, sagt Ulrich Schrauth, Künstlerischer Leiter von VRHAM! »Wir freuen uns sehr, dass so viele unserer langjährigen Partner uns auch auf dem neuen Weg begleiten und bereits jetzt ihre Unterstützung für das ambitionierte Projekt zugesagt haben.«

 

Open Call - Künstlerischer Blick auf die Krise

 

VRHAM! lädt Künstler*innen aus aller Welt ein, sich filmisch mit der aktuellen Krise auseinanderzusetzen. Einreichtermin für 360°-Filme mit innovativen Ansätzen ist der 8. Mai 2020. Die ausgewählten Filme werden im VR Cinema der diesjährigen virtuellen Festivaledition gezeigt.

 

Internationale Zusammenarbeit

 

Als Plattformpartner für die künstlerische Ausstellung des Festivals konnte VRHAM! das Museum of Other Realities (MOR) und das Netzwerk für Virtual Reality-Kunst Kaleidoscope gewinnen. Das MOR ist seit 2017 ein virtuelles Museum, ein Schaufenster für VR-Kunst und ein Ort, an dem sich Künstler*innen austauschen und vernetzen können. Das Netzwerk Kaleidoscope bringt weltweit Künstler*innen und Branche zusammen, um neue XR-Projekte zu entwickeln, zu finanzieren und zu verbreiten. »Mit unseren neuen Partnern überprüfen wir zurzeit die Zugangsmöglichkeiten. Diese sollten möglichst niederschwellig und unkompliziert sein«, erläutert Ulrich Schrauth. Im Idealfall sollen die Festivalbesucher*innen über die VRHAM!-Webseite den passenden Zugangsweg zum vielfältigen Programm wählen können und die Technik nutzen über die sie bereits privat verfügen. Angedacht sind außerdem Partnerschaften mit Verleihern von VR-Technik, um den Zuschauer*innen die erforderlichen Geräte zur Verfügung zu stellen.

 

VRHAM! VIRTUAL ist ein Experiment. Es ist das erste Kunst-Festival, das sein komplettes Programm in eine nahezu reale Erlebniswelt mit virtuellen Features überführen wird. Der Kern von VRHAM! bleibt dabei bestehen: weltweit herausragende künstlerische VR-Arbeiten zu zeigen und deren Macher*innen vorzustellen. Neben der virtuellen Ausstellung sind digitale Panels, Keynotes, Partys und ein Live-Programm geplant.

Kultur auf einen B(K)lick

Kultur auf einen B(K)lick


Ob Theater, Ausstellung, Konzert oder Lesung: Mit der NDR Kultur Karte können Kulturinteressierte zu vergünstigten Preisen an ausgewählten Kulturveranstaltungen teilnehmen. Ab sofort ist es noch einfacher, auf der neuen Website die kulturelle Vielfalt im Norden zu entdecken – ganz bequem am Computer, auf dem Tablet oder auf dem Handy.

 

Die von der Agentur No agency im Auftrag von NDR Media neu gestaltete Website ndrkulturkarte.de gibt einen Überblick über das umfassende Kulturangebot der rund 150 Kulturpartner und 35 Partnerkinos in den fünf Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen.

 

 »Die wichtigste Neuerung der Website ist die Shop-Integration. Die interessierten Besucher können sich nicht nur über das Angebot informieren, sondern die NDR Kultur Karte sofort online bestellen und sie über neue Zahlungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel PayPal online bezahlen. Der wichtigste Klickpfad ist der zum Shop. Der Call-To-Action-Button ‚Karte bestellen‘ befindet sich im Header und ist somit von jeder Seite zu erreichen«, sagt No agency-Geschäftsführerin Lilian Jepsen. Eine große Herausforderung für die Agentur war die Zielgruppenansprache: »Mit dieser modernen Website möchten wir auch junge Kulturbegeisterte ansprechen. Es ist uns aber ebenso wichtig, dass sich die treuen und langjährigen Besitzer der NDR Kultur Karte weiterhin auf der neuen Website zurechtfinden.«

 

Herzstück ist die Veranstaltungsseite, die wie ein Kulturkalender funktioniert: NDR Kultur Karteninhaberinnen und -inhaber können sich von den angezeigten und kuratierten Veranstaltungen inspirieren lassen, nach Bundesland und Stadt filtern und schnell die jeweilige Wunschausstellung oder die Lieblingslesung finden.

 

Carsten Neitzel, Geschäftsführer NDR Media: »Wir freuen uns über den neuen Internetauftritt der NDR Kultur Karte. Dieser überzeugt mit einer intuitiven Nutzerführung und einem responsiven Webdesign. Kulturinteressierte können sich zukünftig zu Hause oder von unterwegs auf der neuen Website über ermäßigte und kostenfreie Veranstaltungen informieren und als Besitzer der NDR Kultur Karte die vielseitigen kulturellen Angebote vergünstigt nutzen. Zeitgemäß gibt es die NDR Kultur Karte ab sofort auch papierlos in digitaler Form direkt für das Smartphone.«

 

NDR Media ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) mit Sitz in Hamburg. Zu den Geschäftsfeldern gehören neben der Werbezeitenvermarktung für Hörfunk und Fernsehen unter anderem auch Event- und Kooperationsmarketing, Sponsoring und Crossmedia.

 

Führungswechsel

Führungswechsel


Katharina Jann, Ulrich Meyer-Horsch und Jan Oberndorff übernehmen ab Januar 2020 die Geschäftsführung der Schule für Schauspiel Hamburg (SfSH). Das neue Leitungsteam tritt die Nachfolge von Michaela Uhlig und Olivia Rüdinger an, die die staatlich anerkannte Schule 1987 gemeinsam gegründet haben und noch bis Ende des Jahres leiten.

 

Jan Oberndorff, der bereits seit 2011 zur Geschäftsleitung der Schule für Schauspiel gehört, wird zusammen mit Ulrich Meyer-Horsch die künstlerische Leitung übernehmen. Beide haben ihre Ausbildung an der SfSH absolviert, standen als Schauspieler auf Theaterbühnen und vor der Kamera und arbeiteten erfolgreich als Regisseure und Dozenten im In- und Ausland. Ulrich Meyer-Horsch war stellvertretender Intendant der Kreuzgangspiele Feuchtwangen, Gastprofessor an der Yeditepe Universität Istanbul und ist Ausbilder im Rahmen der internationalen Michael Chekhov Association in New York.

 

Jan Oberndorff und Ulrich Meyer-Horsch sind für das Curriculum der dreijährigen Ausbildung zum Theater- und/oder Filmschauspieler/in und die Fortbildungsangebote verantwortlich, die kontinuierlich ausgebaut und an die Anforderungen des Marktes angepasst werden sollen. Außerdem möchten sie Kooperationen mit Theatern und Produktionsfirmen ausbauen und die Internationalisierung der Schule vorantreiben. »In allen Bereichen des Lebens wird Austausch und Zusammenarbeit über Grenzen hinweg immer selbstverständlicher. Wir werden mit internationalen Schulen zusammenarbeiten und wollen für Studierende aus dem Ausland noch attraktiver werden. Unser Ziel ist es, in zwei bis drei Jahren unsere Ausbildung in den ersten beiden Semester zweisprachig anzubieten«, sagt Jan Oberndorff.

 

Die kaufmännische Leitung liegt in den Händen von Katharina Jann. Die studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaftlerin arbeitete unter anderem am Thalia Theater, als Produktionsleiterin für Christoph Schlingensiefs letzte internationale Inszenierung »Via Intolleranza II« und als Assistentin der Geschäftsführung an der Schule für Schauspiel Hamburg. Nach einem Zwischenstopp als Marketing-Assistentin an den Hamburger Kammerspielen kehrte sie 2014 als Geschäftsleiterin und Verantwortliche für die Bereiche Presse und Marketing an die SfSH zurück. Im neuen Geschäftsführungs-Team wird sie neben ihren betriebswirtschaftlichen Aufgaben auch Theatergeschichte und Selfmanagement unterrichten.

 

Auf dem Lehrplan der staatlich anerkannten Schauspielschule in der Oelkersallee 33 stehen alle relevanten Schauspielmethoden, die in den vergangenen hundert Jahren entwickelt worden sind (Jerzy Grotowski, Michael Chekhov, Konstantin Stanislawski, Sanford Meisner) um den Schüler_innen eine möglichst große Wahlfreiheit und Entfaltungsmöglichkeit zu bieten. Im letzten Ausbildungsjahr können die Studierenden zwischen einem auf den Bereich Theater bzw. Film spezialisierten Abschluss wählen, um sich auf die sehr unterschiedlichen Arbeitsbedingungen jeweils optimal vorbereiten zu können.

 

Das Dozententeam der Schule besteht aus renommierten Praktikern aus der Theater- und Filmszene. Absolvent_innen der SfSH spielten bzw. spielen aktuell unter anderem am Thalia Theater (Jennifer Wollny in »Der Spieler« ), Altona Theater (Johan Richter, Nadja Wünsche in »Die Kempowski-Saga«; Selina Bödewadt, Mats Kampen, Jacob Loerboks, Hannes Träbert, in »Shakespeare in Love« ), Hamburger Kammerspiele (Lisa Tschanz in »Glücklich in 90 Minuten« ) und Ernst Deutsch Theater (Alina Hidic, Flavio Kiener, Rabea Lübbe, Daniel Schütter in »Pension Schöller« ). Beim Musical »Harry Potter«, das am 15. März 2020 Premiere feiert, sind Tino Frers, Cornelius Henne und Uwe Serfain mit dabei. Weitere namhafte Schauspieler_innen, die ihre Ausbildung an der Schule für Schauspiel Hamburg absolviert haben, sind unter anderem Pheline Roggan, Patrick Abozen, Niklas Osterloh, Aybi Era und Henny Reents.

Lesen macht glücklich

Lesen macht glücklich


Der nicaraguanische Schriftsteller und Cervantes-Preisträger 2017 Sergio Ramírez ist Namenspatron der Bibliothek des Instituto Cervantes Hamburg.

 

»Für die Freie und Hanstadt ist die Umbenennung der Bibliothek eine große Ehre«, sagte Schulsenator Ties Rabe am Montagabend im Rahmen einer Feierstunde im Instituto Cervantes Hamburg in Anwesenheit von Sergio Ramírez. Es werde damit nicht nur die literarische Leistung des Schriftstellers gewürdigt, sondern auch dessen politisches und gesellschaftliches Engagement für sein Heimatland, mit dem Hamburg über die Städtepartnerschaft mit Léon freundschaftlich verbunden sei. Literatur sei auch immer ein Weg zur Reflexion und zur Veränderung, so Rabe. »Wir gratulieren sehr herzlich und wünschen, dass viele Menschen hierherkommen.«

 

 »Bibliotheken haben in unserer heutigen Zeit eine große Bedeutung«, sagte Luis García Montero, Direktor der Cervantes Institute, in seinem Grußwort. »Wir können das Lesen, die Literatur als Metapher demokratischer Gesellschaften verstehen. Freiheit wurde immer durch das Lesen gefördert.« Sergio Ramírez als einer der wichtigsten Erzähler Nicaraguas und als politischer Mensch, der unter den totalitären Systemen gelitten hat, passe perfekt als Namensgeber. Er habe niemals den Glauben an die Utopie verloren und stehe für die demokratische Identität seines Landes.

 

Sergio Ramírez freut sich »in der der Bibliothek des Instituto Cervantes Hamburg jetzt unter Büchern zu leben, dem Paradies, von dem Borges immer geträumt hat.« In seiner Ansprache verglich er ein Buch mit einem Haus, das aus vielen Räumen und Etagen besteht, ein Haus mit offenen Türen und Fenstern mit unterschiedlichen Ausblicken. Es erfülle ihn mit Glück, durch das Lesen und mit Büchern in andere Landschaften einzutauchen, immer jemand anderes sein zu dürfen und mit jeder Seite seine Vorstellungskraft zu erweitern. »Lesen macht glücklich«, so der Schriftsteller, der im Anschluss an die Feierstunde im Instituto Cervantes Hamburg vor rund 100 Gästen sein neuestes Buch Um mich weint keiner mehr vorstellte. Die deutschen Passagen hat der Schauspieler Rolf Becker vorgetragen.

 

Seit 2005 werden die Bibliotheken der Cervantes Institute meistens nach einem Cervantes Literatur-Preisträger (»Premio Cervantes«) benannt. Die Preisträger*innen werden nach ihrer besonderen Beziehung zu der Stadt oder dem Land, in dem sich das jeweilige Instituto Cervantes befindet, ausgewählt. Das Instiuto Cervantes Hamburg hat als letzter deutscher Standort seine Bibliothek umbenannt. Namensgeber der Instituts-Bibliotheken in Berlin, Bremen, Frankfurt und München sind der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa, der chilenische Dichter Gonzalo Rojas, der spanische Dichter Antonio Gamoneda und der paraguayische Schriftsteller Augusto Roa Bastos.

 

Die öffentlich zugänglichen Sergio Ramírez Bibliothek im Bug des Chilehauses stellt unter fachkundlicher Leitung des Bibliothekars Arturo Munguía Mediavilla neben zeitgenössischer Literatur und Zeitschriften und einer ständig wachsenden spanischen Kinderbuchsammlung auch DVDs mit aktuellen Filmen und Filmklassikern aus Spanien und Lateinamerika sowie CDs mit Musik aller Stilrichtungen zur Verfügung.

 


Neuer Ort, neuer Termin, neue Leitung

Neue Leitung, neuer Ort, neuer Termin


Noch bis zum 19. Dezember 2019 können Schüler*innen und junge Erwachsene bis 27 Jahre sowie Filmstudierende ihre Kurzfilme für das 31. Hamburger Nachwuchsfilmfestival abgedreht! am 25. und 26. März 2020 im Uebel & Gefährlich einreichen.

 

Das Hamburger Nachwuchsfilmfestival abgedreht! möchte die gesamte Bandbreite der in Hamburg und in der Metropolregion produzierten Filmprojekte zeigen. Erwünscht sind aktuelle, in 2018/2019 entstandene Filme aller Genres. Das können Filme sein, die in der Schule, in Jugendeinrichtungen oder in Hochschulen entstanden sind oder von freien Gruppen und Einzelpersonen produziert wurden.

 

Unter der neuen Leitung von Carina Steffen-Schwering findet das Festival am 25. und 26. März 2020 erstmals im Uebel & Gefährlich statt:

 

»Wir möchten mit dem Festival zukünftig die Vernetzung und den Austausch der Filmemacher*innen untereinander intensivieren. Der bei jungen Menschen beliebte Musikclub Uebel & Gefährlich eignet sich mit seiner lockeren und kommunikativen Atmosphäre hervorragend dafür, sagt Festivalleiterin Carina Steffen-Schwering.

 

Neben den Filmvorführungen mit anschließendem Q & A auf der Bühne wird es jeweils an den Vormittagen interaktive Impulse von professionellen Filmemacher*innen geben. Mit der aktuell im Rahmen des Projektfonds »Kultur & Schule« geförderten Abgedreht FilmSchool sollen Hamburger Schulen stärker in die Abläufe des Festivals eingebunden werden. So wird es im Vorfeld von abgedreht! Filmprojekte an den neuen Partnerschulen (Stadtteilschule Mitte, Gymnasium Lerchenfeld, Margaretha-Rothe-Gymnasium und Stadtteilschule Meiendorf) des Festivals geben, bei denen Filme entstehen. Ebenfalls werden sich die Schüler*innen und Lehrkräfte der Partnerschulen schon vor dem Festival im Unterricht mit den eingereichten Filmen befassen und Fragen an die Filmemacher*innen, die sie bei abgedreht! kennenlernen können, vorbereiten. Auf dem Festival wird es zusätzlich einen Intensivworkshop für abgesandte Schüler*innen der Partnerschulen geben.

 

Regisseur*innen wie Angelina Maccarone, Fatih Akin, Sven Taddicken, Özgür Yildirim, Benjamin Teske und Janek Rieke haben ihre Filme beim Hamburger Nachwuchsfilmfestival abgedreht, das im vergangenen Jahr 30. Jubiläum feierte, gezeigt.

 

abgedreht! wird veranstaltet vom jaf – Verein für medienpädagogische Praxis Hamburg e.V., vom Jugendinformationszentrum (JIZ) Hamburg und dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung. Weitere Unterstützer sind das Uebel & Gefährlich, das Mediennetz Hamburg e.V. und das up-and-coming Internationales Film Festival Hannover.

 

Informationen zur Einreichung und zum Filmfestival gibt es unter www.abgedreht-hamburg.de

Kultureller Brückenschlag

Kultureller Brückenschlag


Im Rahmen einer Feierstunde wird am 25. November 2019 die öffentliche Bibliothek des Instituto Cervantes im Chilehaus in »Bibliothek Sergio Ramírez« umbenannt. Namensgeber ist der nicaraguanische Schriftsteller Sergio Ramírez, der 2017 mit dem »Premio Cervantes«, einem der bedeutendsten Literaturpreise der spanischsprachigen Welt, ausgezeichnet wurde. Sergio Ramírez wird an dem Abend sein neuestes Buch Um mich weint niemand mehr vorstellen.

 

»Wir freuen uns sehr, dass Sergio Ramírez nach Hamburg kommt. Mit der Namensgebung möchten wir nicht nur einen der wichtigsten Erzähler Lateinamerikas ehren, sondern mit unserer Bibliothek im Instituto Cervantes, die offen ist für alle, eine kulturelle Brücke zwischen der Hansestadt und der hispanischen Welt schlagen«, sagt Pedro Jesús Eusebio Cuesta, Direktor des Instituto Cervantes Hamburg.

 

Sergio Ramírez: »Bücher sind die beste Nachbarschaft der Welt. In der Bibliothek des Instituto Cervantes Hamburg werde ich jetzt unter Büchern leben, dem Paradies, von dem Borges immer geträumt hat.«

 

Weitere Gäste des Abends sind anderem der spanische Generalkonsul in Hamburg, Pedro Antonio Villena Pérez, der Hamburger Senator für Schule und Berufsbildung, Ties Rabe, und der Direktor der Cervantes Institute, Luis García Montero.

 

Seit 2005 werden die Bibliotheken der Cervantes Institute meistens nach einem Cervantes Literatur-Preisträger (»Premio Cervantes«) benannt. Die Preisträger*innen werden nach ihrer besonderen Beziehung zu der Stadt oder dem Land, in dem sich das jeweilige Instituto Cervantes befindet, ausgewählt. Sergio Ramírez, 1942 in Masatepe geboren, lebte zwischen 1973 und 1975 als Stipendiat des DAAD-Künstlerprogramms in West-Berlin und war 2001 Gastprofessor an der Freien Universität Berlin. Nach dem Sturz des Regimes 1979 war er Mitglied der fünfköpfigen Regierung Nicaraguas und von 1984 bis 1990 Vizepräsident. Dann überwarf er sich mit den Sandinisten. Bis heute engagiert er sich für Menschenrechte und ist eine der wichtigsten oppositionellen Stimmen in seinem Land. Ramirez, der sich als Schriftsteller, wie er selber sagt, in der »Rolle eines Zeugen« sieht, ist Mitbegründer von EDUCA, dem Verlag der Mittelamerikanischen Universitäten in Costa Rica und arbeitet als Autor und Literaturprofessor.

 

Anlässlich der feierlichen Namensgebung wird es in der Bibliothek eine Ausstellung mit über 70 Werken und Veröffentlichungen des Schriftstellers geben. Sein neuestes Buch Um mich weint niemand mehr stellt Sergio Ramírez im Gespräch mit Inke Gunia, stellvertretende geschäftsführende Direktorin am Institut für Romanistik an der Universität Hamburg und Luis García Montero, Direktor der Cervantes Institute, persönlich vor. Die deutschen Passagen liest der Schauspieler Rolf Becker.

 

 

Feierliche Namensgebung mit Buchvorstellung

25. 11. 2019, 17.15 Uhr

Bibliothek des Instituto Cervantes

Chilehaus, Eingang B, 1. Etage,

Fischertwiete 1, 20095 Hamburg

 

Nach der Veranstaltung lädt das Instituto Cervantes zu spanischem Wein ein. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten

 

Sergio Ramírez steht für Interviews vor der Veranstaltung gerne zur Verfügung.

 

 

Über die Bibliothek des Instituto Cervantes

Die Bibliothek im »Bug« des Chilehauses gehört im weltweiten Verbund aller Bibliotheken der Kulturinstitute zum spanischen Bibliothekssystems. Die Bibliothek ist öffentlich zugänglich und stellt überwiegend zeitgenössische Literatur und Zeitschriften, spezialisierte Bibliografien und audiovisuelle Medien aus dem gesamten spanischsprachigen Raum zur Verfügung. Weitere Schwerpunkte sind die DVD-Sammlung mit aktuellen Filme und Filmklassikern aus Spanien und Lateinamerika mit spanischen, englischen und teilweise auch deutschen Untertiteln und die CD-Sammlung mit Musik aller Stilrichtungen. Es gibt außerdem einen großen Bestand an Lehr- und Lernmaterialen für den Spanischunterricht, eine ständig wachsende spanische Kinderbuchsammlung sowie E-Bücher in spanischer Sprache. Ansprechpartner vor Ort ist der Bibliothekar Arturo Munguía Mediavilla. Die Bibliothek veranstaltet in regelmäßigen Abständen Literaturzirkel für Erwachsene sowie Lesenachmittage für Kinder, darunter auch Leseförderungs-Initiativen. Fünfzehn Bibliotheken des Instituto Cervantes (darunter auch Hamburg und Berlin) nehmen an einem neuen Projekt teil: In einem virtuellen Leseclub können Nutzer*innen der deutschen Bibliotheken mit Nutzer*innen der Instituto-Cervantes-Bibliotheken von Sydney, Athen, Rabat oder Chicago diskutieren und sich austauschen.

 

Das Instituto Cervantes ist eine gemeinnützige, öffentliche Einrichtung, die 1991 vom spanischen Staat zur Förderung der spanischen Sprache und zur Verbreitung der hispanoamerikanischen Kultur gegründet wurde. Der Hauptsitz des Instituts befindet sich in Madrid und in Alcalá de Henares, dem Geburtsort des Schriftstellers Miguel de Cervantes. Das Instituto Cervantes ist weltweit die größte Institution für die spanische Sprache mit mehr als 70 Zentren auf fünf Kontinenten. Weitere deutsche Institute gibt es neben dem Standort Hamburg auch in München, Berlin, Bremen und Frankfurt.

 

 

Filmische Masterclass

Filmische Masterclass


Dass auch Sound Designer*innen Storyteller sind und sie mit ihren Klängen und Geräuschen Charaktere charakterisieren und emotionalisieren, beweist der Film Making Waves: The Art of Cinematic Sound. Die Regisseurin Midge Costin ist selber Sound Designerin und arbeitet als Professorin für Sound Design an der USC School of Cinematic Art. In ihrem Film lässt sie Regisseure wie George Lucas, Steven Spielberg, David Lynch oder Sofia Coppola zu Wort kommen, die erklären, welche Bedeutung die Tongestaltung für ihre Filme hatte. Außerdem versammelt sie die Sound Designer Walter Murch (The Conversation, Apokalypse Now!), Alan Splet (The Elephant Man), Ben Burtt (Star Wars, ET) und Gary Rydstrom (Toy Story, Jurassic Park) vor der Kamera.

 

MediaSoundHamburg präsentiert den Film, der beim Filmfest München 2019 Deutschlandpremiere feierte, exklusiv an drei Abenden im Studio Kino, Bernstorffstraße 93-95 in Hamburg. »Dieser Film ist ein Muss für alle Film- und Musikbegeisterte, es ist eine 90-minütige Masterclass und passt perfekt zu unserer Internationalen Sommerakademie für Filmmusik, Gamemusic und Sounddesign in Hamburg, zumal einige unserer Freund*innen und ehemaligen Gästen wie Ben Burtt mit dabei sind«, sagt MediaSoundHamburg-Leiter Achim Esser-Mamat.

 

MediaSoundHamburg präsentiert:
Making Waves: The Art of Cinematic Sound
Freitag, 13.12. 20.30 Uhr
Samstag, 14.12. 20.30 Uhr
Sonntag, 15.12. 20 Uhr
Studio Kino, Bernstorffstraße 93-95, 22767 Hamburg

Tickets

 

PLAY 19

PLAY 19 Interview mit den Festivalmacher*innen


»Of Monsters and Games« ist das Motto des diesjährigen PLAY – Creative Gaming Festivals vom 14. bis 17. November 2019 in Hamburg. Im Interview mit den Festivalmacher*innen erzählt Christiane Schwinge über das diesjährige Thema, über Award, Ausstellung und Sonderveranstaltungen, Vera Marie Rodewald über das diesjährige Workshop- und Fortbildungsprogramm und Andreas Hedrich über digitale Spielkultur, Festivalstandort und kulturelle Vielfalt.

 

Christiane, wie seid ihr auf das diesjährige Thema gekommen, um welche Monster geht es?

CS: Alle Menschen verbinden etwas mit Monstern. Sie kommen in der Literatur, in Filmen und natürlich auch in Spielen vor. Wir möchten über Monster reden, sie erfahr- und erlebbar machen. Was sind die Monster von heute? Sind es die angsteinflößenden haarigen Ungeheuer oder haben wir putzige kleine Pokémons im Kopf? Wie werden Monster in Spielen dargestellt? Welche Geschichten werden erzählt? Uns geht es dabei nicht nur um konkrete Figuren, sondern auch um die inneren Dämonen, die uns lähmen und krankmachen, es geht um Depressionen und erlebte Gewalterfahrungen, es geht aber auch um die Monster in Politik und Gesellschaft. Wir möchten die gesamte Bandbreite und auch die Ambivalenz des Themas spielerisch und kreativ aufgreifen.

 

Apropos spielerisch und kreativ: Warum ist PLAY ein Festival?

CS: Das Motto der Initiative Creative Gaming lautet: »Mit Spielen spielen!«, und das setzen wir bei unserem Festival um – und zwar gemeinsam für eine bestimmte Zeit an verschiedenen Orten. Wir laden unsere Besucher*innen ein, sich über Computerspiele auszutauschen und gemeinsam Spiele zu entwickeln. Es ist immer wieder toll zu beobachten, wenn Schulklassen manchmal eher »unterwältigt« unsere Ausstellung besuchen und eben nicht die gängigen Computerspiele entdecken, sich dann aber auf neue Spiele und Ästhetiken einlassen und analog wieder ganz andere Gemeinschaftserfahrungen machen. Uns geht es um Irritation, um das aktive Brechen von Regeln, um das Wechseln der Perspektiven und um das gemeinsame kreative Neugestalten – und das alles eingebettet in ein buntes und vielseitiges Festivalprogramm.

 

Wie sieht das Programm konkret aus? Gibt es feste Sektionen?

CS: Es gibt zum Beispiel die PLAY-Ausstellung, in der themenrelevante Spiele vorgestellt und vor allem ausprobiert werden können. Im Monster Lab werden die Festivalbesucher*innen selbst aktiv, kreieren an verschiedenen Stationen vom Charakterdesign, über Storytelling bis hin zu Programmierung und Sound ihr eigenes Monsterspiel. In der 2018 neu eingeführten und sehr gut angenommen Speakers‘ Corner gibt es die Möglichkeit, vor Publikum in 15 bis maximal 30 Minuten über ein spannendes Thema rund um digitale Spielekultur zu berichten, Erfahrungen auszutauschen oder ein Projekt vorzustellen. Themen können ab dem 15. August eingereicht werden. Bei PLAY on Stage gibt es Theateraufführungen und Abendveranstaltungen wie Rock & Wrestling, in den Artist Talks kommen spannende Gäste wie der Synchronsprecher Alexander Merbeth oder die Sounddesignerin Mathilde Hofmann zu Wort. Außerdem freue ich mich auf die PLAY Friends, das sind Partnerveranstaltungen, die im Vorfeld von PLAY stattfinden. Außerdem machen wir in der Festivalzeit Ausflüge in Hamburger Entwicklerstudios.

 

Und dann gibt es auch noch die Preisverleihung?

CS: Genau. Wir vergeben zum fünften Mal den Creative Gaming Award. In der Ausstellung werden auch die nominierten Spiele, Medienproduktionen und Prototypen gezeigt. Der internationale Preis wird in den Kategorien Most Creative Game Award und Most Innovative Newcomer Award an das kreativste Projekt und an die beste Nachwuchsproduktion vergeben. Eine Fachjury entscheidet über die Gewinner*innen, die bei der Preisverleihung am 16. November 2019 bekannt gegeben werden.

 

Vera Marie, Du bist für das Workshop-Programm zuständig. Was wird in diesem Jahr angeboten?

VMR: Das Monster Lab hat Christiane ja schon erwähnt. Es wird darüber hinaus diverse zweistündige Workshops geben, unter anderem zu den Themen Storytelling (Matthias Kempke und Aljoscha Jelinek), Sound Design (Mathilde Hofmann) und Character Design (Dominik Johann). Katharina Appel und Christina Metzler zeigen, wie man alternative Controller baut und in einem zweiten Workshop, wie man ein Let’s Play Video erstellt, Heiko Wolf bietet einen Game Design Workshop mit Bloxels an und Andreas Rauscher gibt einen Überblick über die Geschichte von Monstern in Spielen. Und noch zwei weitere Workshops sind spannend: Dom Schott beschäftigt sich mit den inneren Monstern und Mareike Kochansky mit parasozialen Beziehungen zu Pokémons.

 

Und dann gibt es noch einen Zombie-Workshop?

VMR: Ja genau. Die Regisseurin und Performerin Charlotte Pfeifer lässt die Workshop-Teilnehmenden selbst zu Zombies werden. Wie verhält man sich als Monster, wie bewegt man sich, wie teilt man sich mit? Aber auch in den beiden Workshops des Fundus Theater wird es performativ: die Besucher*innen entwickeln gemeinsam Monster und dazu Anleitungen zur Monstersuche auf dem Festivalgelände. Es wird also überall um die verschiedenen Facetten von Monstern und ihrer Gestaltung gehen.

 

Welche Fortbildungsworkshops gibt es bei PLAY19 und an wen richten sie sich?

VMR: Unser Fortbildungsprogramm richtet sich vor allem an Lehrkräfte und Fachpädagog*innen. Nico Nolden und Alexander Buck erläutern den Einsatz von digitalen Geschichtsspielen (Histogames) im Unterricht, die Initiative Creative Gaming bietet einen praktischen Workshop zum Ansatz von Creative Gaming an.

 

Andreas, wie wichtig ist PLAY für den Festivalstandort Hamburg?

AH: PLAY ist international renommiert, hat damit einen festen Platz in der Festivalkultur der Stadt und ist genauso wichtig wie die bekannten Literatur-, Musik- und Filmfestivals in dieser Stadt. PLAY ist in der Form einzigartig, da es die Bereiche Medienkunst, Diskurs und Bildung mit der Kultur digitaler Spiele vereint. Wir möchten sichtbar machen, dass Games ein großes kreatives Potential haben, sie längst gesellschafts- und bildungsrelevant sind und von Jugendlichen bis hin zu Senior*innen sehr viele Menschen ansprechen.

 

Was bedeutet das konkret?

AH: Games erzählen Geschichten, geben Impulse und regen Prozesse an. Diese kulturelle Vielfalt möchten wir mit unserem Festival zeigen und erfahrbar machen. PLAY ist ein Treffpunkt, ein Ort des gemeinsamen Erlebens und des Austauschs. Games stehen nicht für sich, sondern greifen genau wie Film, Literatur und Musik gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen auf. PLAY möchte sich mit diesen gesellschaftsrelevanten Themen auseinandersetzen, die künstlerischen und technischen Weiterentwicklungen im Bereich Games aufzeigen sowie den Einsatz von Computerspielen als wichtiger Teil der Jugendkultur in Schulen und Bildungseinrichtungen unterstreichen. Dieser Themen-Mix macht es auch für unsere Besucher*innen interessant.

 

Wer ist Eure Zielgruppe und wie viele kommen zu Euch?

AH: Zu uns kommen jedes Jahr um die 5.000 Besucher*innen. Das sind Game-Entwickler*innen, Wissenschaftler*innen, Pädagog*innen, Studierende, Schüler*innen, Filmemacher*innen und Medienkünstler*innen, Sounddesigner*innen und natürlich Game- und Kulturinteressierte.

 

In Hamburg gibt es das Branchennetzwerk Gamecity und überhaupt auch einen großen politischen Support für die Spielebranche als Wirtschaftsfaktor. Wo ist da Euer Platz? Wer sind Eure Förderer und Partner?

AH: Die Initiative Creative Gaming, die das Festival seit 2008 zunächst in Potsdam, seit 2013 zusammen mit dem jaf – Verein für medienpädagogische Praxis Hamburg dann in der Hansestadt ausrichtet, ist Partner des Netzwerkes. Wir stehen mit vielen Akteur*innen in Verbindung und tauschen uns aus. Die behördliche Zuständigkeit bleibt schwierig, da wir uns in den Bereichen Kultur, Bildung und Wissenschaft und nur indirekt im wirtschaftlichen Umfeld bewegen. Hier wünschen wir uns mehr Durchlässigkeit und gemeinsames Voranschreiten, dazu sind wir auf dem richtigen Weg. Von Seiten der Stadt werden wir von der Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg (BSB), dem JIZ – Jugendinformationszentrum Hamburg (ebenfalls BSB) und gamecity:Hamburg unterstützt. Unser langjähriger bundesweiter Kooperationspartner ist die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und deren Plattform spielbar.de zum Thema Computerspiele. In der Hamburger Politik haben wir viele Fans. Nach unseren großen Veranstaltungen u. a. im Rathaus wird die Präsidentin der Bürgerschaft, Carola Veit, wieder die diesjährige PLAY eröffnen. Das freut uns sehr, nicht zuletzt, da sie das Festival persönlich schon seit vielen Jahren begleitet.

scripts for sale

Gute Zeiten für Autor*innen


Gute Geschichten sind gefragt: Die Drehbuchagentin Elke Brand von scripts for sale beobachtet gravierende Marktveränderungen mit guten Chancen und mehr kreativer Freiheit für Autor*innen. Diese sollten stärker als bisher produzentische Aufgaben übernehmen, Verantwortung für die eigene künstlerische Leistung tragen und sichtbarer werden. 

 

»Als Agentinnen sind wir gefordert, diesen neuen Weg mitzugehen und unsere Autor*innen zu begleiten und zu stärken«, sagt Elke Brand. Seit 20 Jahren leitet sie die Agentur scripts for sale, vertritt Drehbuchautor*innen und Regisseur*innen,  vermittelt Verfilmungsrechte an Romanstoffen und vertritt mit der Agentur zurzeit exklusiv die Filmrechte für die Verlage dtv und Carlsen.

Der Beruf habe sich gewandelt, durch die neuen Plattformen seien bestehende Machtgefüge vor allem bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ins Wanken geraten. Die im Kontrakt 18 formulierten Forderungen der Drehbuchautor*innen über mehr Mitbestimmung bei Film und TV hätten Wirkung gezeigt und ein längst überfälliges Umdenken bei Produzenten und Sendern in Gang gesetzt. »Die Rolle der Autor*innen wurde aufgewertet, sie sind wichtige Partner*innen im kreativen Prozess und müssen heute mehr sein als Ideengeber*innen und Geschichtenerfinder*innen«, sagt Elke Brand. »Autor*innen übernehmen mehr und mehr Aufgaben eines Creative Producers, sie sollten idealerweise Marktkenntnisse haben und direkt mit ihren Auftraggebern/Sendern kommunizieren«.

Es seien genau diese Fähigkeiten, die Elke Brand ihren Kund*innen mit auf den Weg geben möchte. Neben den klassischen Agenturaufgaben möchte sie die Autor*innen auf ihre neue Rolle vorbereiten und sie ermuntern, sich selber zu hinterfragen und den eigenen Weg zu finden: Bin ich eher der Einzelkämpfer? Bin ich kommunikativ? Kann ich Leute im Team begeistern und einen Writers Room leiten? Bin ich bereit, offen über mich und meine Arbeit zu reden? Neben Selbstmarketing und Sichtbarkeit der eigenen Person zum Beispiel über eine eigene Website sollten sich Autor*innen vor  allem auch mit den Entwicklungen der Branche auseinandersetzen. Wie ticken die Auftraggeber*innen, welche Verschiebungen lassen sich auf dem Markt beobachten, welche internationalen Trends setzen sich in Deutschland durch?  Autor*innen  müssen anders als noch vor 15 Jahren Verantwortung übernehmen und sich aktiv einbringen. Elke Brand: »Wir unterstützen sie dabei, ihre eigene Handschrift zu entwickeln, ihre kreative Bandbreite zu zeigen und neue und auch radikale Geschichten zu erzählen.«

Die Agentur scripts vor sale wurde 1999  in Hamburg und Frankfurt von Elke Brand und Petra Hermanns als Medienagentur gegründet. Seit 2016 leitet Elke Brand die Agentur für Drehbuchautor*innen, Regisseur*innen und Literaturadaptionen allein und vertritt zusammen mit ihrer Kollegin Ellen Bleckmann rund 40 Autor*innen und Regisseur*innen, darunter Marc Blöbaum, Holger Karsten Schmidt, Nina Bohlmann, Andreas Dirr, Elena Senft, Florian Hanig und Elke Schuch. Die Agentur feiert ihr Jubiläum am 27. September 2019 im Rahmen des diesjährigen Filmfests Hamburg.

Foto: Frank P. Wartenberg