Abschluss & Preise

Abschluss & Preise


 

Im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung sind am 9. Oktober 2021 vor dem Film Wo in Paris die Sonne aufgeht (Regie: Jacques Audiard) in Anwesenheit der Hauptdarsteller Makita Samba und Lucie Zhang im CinemaxX Dammtor die Preise des 29. FILMFEST HAMBURG vergeben worden. Neben den bereits am 8. Oktober bekannt gegebenen Produzentenpreisen finden Sie alle weiteren Preisträger·innen in unserer Übersicht.

 

110 Filme, 392 Filmfest-Gäste aus 32 Ländern – darunter Kenneth Branagh, Andrea Arnold, Mathieu Amalric, Ildikó Enyedi, Stefan Ruzowitzky, Rolf Lassgård, Saskia Rosendahl und Birgit Minichmayr – eine neue Ausgabe der Explorer-Konferenz zur Zukunft des Kinos, »Filmfest ums Eck« mit Filmen in den Stadtteilen, Q&As in den Kinos, digitalen Filmgesprächen und ein umfassendes Branchenprogramm live und online: FILMFEST HAMBURG konnte Publikum und Branche trotz auch in diesem Jahr eingeschränkter Platzkapazitäten gleichermaßen begeistern und zieht eine positive Bilanz.

 

24.859 Besucher·innen haben die Filme im Kino gesehen, das entspricht mehr als der Hälfte der Besucherzahl von 2019 (45.000). Bei einer Sitzplatzkapazität von 50 Prozent in den jeweiligen fünf Festivalkinos mit Schachbrett-Platzierung lag die Auslastung der Kinosäle im Schnitt bei knapp 90 Prozent. Festivalleiter Albert Wiederspiel: »Das freut uns sehr und beweist einmal mehr wie kino-, film- und festivalbegeistert das Hamburger Publikum ist und wir sehr sich alle nach Livekultur sehnen. Mein Wunsch für die Jubiläumsausgabe von FILMFEST HAMBURG 2022 ist ein 100-prozentiges Festival ganz ohne Platzbeschränkungen und ohne Masken mit noch mehr Besucher*innen und vielen Gästen und Partys.«  

 

Fotos von der Preisverleihung finden Sie in der Fotogalerie.

 

Das 30. FILMFEST HAMBURG findet vom 29. September bis 8. Oktober 2022 statt.

 

Foto: Filmfest Hamburg/Martin Kunze

Raus aus dem Krisenmodus - PLAY 2021

Raus aus dem Krisenmodus


 

»Restart Together!« ist das Motto des PLAY – Creative Gaming Festivals, das vom 5. bis 13. November 2021 stattfindet: online und vor Ort in Hamburg.

 

Computer- und Videospiele haben seit Beginn der Pandemie stark an Bedeutung gewonnen. Da vor der Tür strenge Kontaktbeschränkungen galten, haben sich viele soziale Aktivitäten in virtuelle Spielewelten verlegt. PLAY21 beschäftigt sich mit Fragen, wie Spiele Menschen in einer globalen Krisensituation zusammenbringen, wie sie zu alternativen Orten der Begegnung werden und neue (Denk)räume öffnen können und wie sich die Spielekultur nach und durch Corona verändern wird.

 

 

Vielfältiger Festivalzugang

Das PLAY – Creative Gaming Festival findet vom 5. bis 13. November hybrid statt. Über playfestival.de können die
verschiedenen Kanäle des Festivals aufgerufen werden. So auch das Live-Programm inklusive Eröffnung am 5.
November und die Preisverleihung am 12. November, moderiert von OddNina und Manuel Fritsch (Insert Moin),
das beliebte Talkformat »PLAY Couch« mit Moderator Christian Schiffer, die Speakers-Corner als offene Bühne für
thematische Kurzvorträge und die kuratierte Ausstellung, die in diesem Jahr ihren Schwerpunkt auf Multiplayer-
Games legt.  Virtueller Festivalort ist PLAYvalley, eine in Topia gebaute Festivalumgebung. Dort findet man die Streams der
Veranstaltungen, Workshops und auch die Ausstellung, in der online gemeinsam gespielt werden kann. Feste
Programmbestandteile sind außerdem die »Snacktimes«, kurze Tutorials zu verschiedenen Themen des kreativen
Zugangs mit Games. Am Abend dürfen sich die Festivalbesucher*innen auf verschiedene Showformate freuen:
Unter anderem gibt es eine Games-Olympiade in Minetest, eine Show mit dem britischen Spielentwickler und
Unterhalter Alistaire Aitcheson, ein interaktives Twitch-Streaming, Talkrunden und eine Textadventure-Lesung.

 

Ausstellung und Preisverleihung

Neben der im PLAYvalley spielbaren Ausstellung gibt es, je nach Pandemielage, auch eine physische Präsentation der Spiele. Zehn innovative Games, die kontaktlos und hinter Schaufensterscheiben in der Hamburger Innenstadt
gespielt werden. Der Ort wird noch bekannt gegeben. Fester Bestandteil der Ausstellung sind die sechs für die
Creative Gaming Awards nominierten Games. Der internationale Preis wird bereits zum siebten Mal in den
Kategorien »Most Creative Game Award« für das kreativste Projekt und »Most Innovative Newcomer Award« für
die beste Nachwuchsproduktion vergeben. Eine Fachjury entscheidet über die Gewinner*innen, die bei der
Preisverleihung am 12. November 2021 bekannt gegeben werden. In diesem Jahr gab es mehr als 140 Einreichungen
aus 36 Ländern.

 

Bildungsangebote


In der erstmalig auf neun Tage verlängerten Festivalzeit wird es ein umfangreiches Schulprogramm geben. So ist
das Festival in zehn Schulen mit Workshops zu Gast. Aber auch im Stadtteilzentrum Schorsch in St. Georg gibt es
Angebote. Über die »Hausbesuche« erhalten Festivalbesucher*innen außerdem direkt Einblicke in die erfolgreiche
Hamburger Gamesbranche. »Wir freuen uns sehr, in diesem Jahr ein Festival durchführen zu können, dass die Erfahrungen der letzten Monate aufgreift und spielerisch erlebbar macht. Die entwickelten Onlineformate bieten ein breites Spektrum der
Beteiligungsmöglichkeiten. Die Durchführung von Workshops für Schüler*innen in Hamburg ist außerdem ein
wichtiger Schritt, um die Diskussion rund um Games und deren Bedeutung für unser Zusammenleben zu führen«,
so PLAY-Geschäftsführer Andreas Hedrich.

»Mit Spielen spielen!« ist das Motto der Initiative Creative Gaming, die das PLAY Festival seit 2008 ausrichtet.
PLAY ist das weltweit erste und einzige Festival, das die Bereiche Medienkunst, Diskurs und Bildung mit der Kultur
digitaler Spiele vereint. Im Zentrum steht die kreative Anwendung von digitalen Spielen. Jede Festivalausgabe widmet sich aktuellen Entwicklungen und einem Themenschwerpunkt: »Die Entwicklung, dass seit Corona viele soziale Aktivitäten in virtuelle Spielewelten übertragen worden sind, wollen wir uns genauer ansehen und auch einen Blick in die Zukunft ‚nach Corona‘ wagen«, sagt Christiane Schwinge, künstlerische Leitung von PLAY, die sich mit dieser Festivalausgabe aus dem PLAY Leitungsteam verabschiedet, um sich neuen
Aufgaben zu widmen. Ihre Nachfolge wird noch bekannt gegeben. Andreas Hedrich: »Christiane Schwinge gehört
zu den Erfinder*innen des Festivals und ist von Beginn an dabei. Sie hat das Festival wie keine andere geprägt und
wichtige Akzente gesetzt. Herzlichen Dank für die lange und inspirierende Reise durch die Festivaljahre!«

 

 

Aus der Geschichte lernen

»Aus der Geschichte lernen«


Am 30. September 2021 startet FILMFEST HAMBURG mit Große Freiheit in seine 29. Edition. Sebastian Meises dritter Kinofilm und Jury-Preis-Gewinner von »Un Certain Regard« in Cannes rückt das wenig beachtete Thema der Kriminalisierung Homosexueller im Nachkriegsdeutschland in den Fokus.

»Nach Enfant Terrible als Eröffnungsfilm 2020 setzen wir die Tradition der anspruchsvollen, deutschsprachigen Filme fort«, freut sich Festivalleiter Albert Wiederspiel. »In Große Freiheit wird ein kaum bekannter Teil der bundesdeutschen Geschichte beleuchtet, die endlich erzählt werden muss. Gerade heute, wo die Intoleranz zunimmt, müssen wir aus der Geschichte lernen.«

 

Denn die Befreiung Nazi-Deutschlands bedeutete nicht für alle Freiheit. Regisseur Sebastian Meise, der gemeinsam mit Thomas Reider das Drehbuch verfasste, erinnert daran, dass mittels des berüchtigten §175 im repressiven Nachkriegsdeutschland bis in die späten 60er-Jahre homosexuelle Männer systematisch verfolgt und inhaftiert wurden.

 

 

Hans (Franz Rogowski) ist einer von ihnen. Er landet immer wieder im Gefängnis, wo er auf seinen Zellengenossen Viktor (Georg Friedrich), einen verurteilten Mörder, trifft. Aus anfänglicher Abscheu entspinnt sich im Laufe von Jahrzehnten eine intensive Freundschaft zwischen den beiden.

 

Große Freiheit feierte seine Weltpremiere beim diesjährigen Filmfestival in Cannes und gewann dort den Jury-Preis in der Sektion »Un Certain Regard«. Mit den renommierten Schauspielern Franz Rogowski und Berlinale Silberner Bär-Preisträger Georg Friedrich in den Hauptrollen ist das bewegende Drama hochkarätig besetzt. Zur Premiere in Hamburg werden der Regisseur und die Hauptdarsteller erwartet.

 

Ein Blick in die bundesdeutsche Geschichte offenbart die gesellschaftliche Brisanz des Themas: Noch bis 1992 wurde Homosexualität in Deutschland offiziell als Geisteskrankheit angesehen, der §175 erst 1994 vollständig abgeschafft. Weltweit stellt Homosexualität in jedem dritten Land bis heute einen Strafbestand dar.

 

Große Freiheit ist eine deutsch-österreichische Koproduktion von Rohfilm Productions und FreibeuterFilm, dessen Mitgründer Sebastian Meise ist. Der Film wurde gefördert von Österreichisches Filminstitut (ÖFI), Mitteldeutsche Medienförderung (MDM), die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Deutscher Filmförderfonds (DFFF), ORF Film/Fernseh-Abkommen, Filmstandort Austria (FISA), Filmfonds Wien (FFW), Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) und das ZDF. Piffl Medien bringt Große Freiheit ab dem 18. November 2021 bundesweit in die Kinos.

 

FILMFEST HAMBURG findet vom 30. September bis 9. Oktober 2021 statt. Gezeigt werden rund 100 Produktionen aus aller Welt als Europa-, Deutschland- oder Hamburg-Premieren. Festivalkinos sind das Abaton, CinemaxX Dammtor, Metropolis, Passage und das Studio-Kino.

International Brücken schlagen

International Brücken schlagen


Unter dem Titel »Hamburger Kultur International« präsentieren das internationale Cross-Border Festival Move the North und The English Theatre of Hamburg ETH im Rahmen des Kultursommers Hamburg ein zweiwöchiges Kulturprogramm, das neben einem deutsch-skandinavischen Fokus auch international eine Brücke nach Hamburg schlägt. Veranstaltungsort ist die Drillingsbar in Hamburg-Bahrenfeld, der Eintritt ist frei.

 

Noch bis zum 1. August stehen täglich Einzelveranstaltungen auf dem Programm: Die Benny Brown Band präsentiert am 22. Juli um 19.30 Uhr und am 25. Juli um 18.30 Uhr das Programm ihrer Debüt- CD »Brown«, sowie neue Kompositionen und ausgewählte Standards. Der Gitarrist, Komponist und Arrangeur Patrick Pagel tritt am 24. Juli gleich zweimal auf: um 18 Uhr mit der Singer Songwriterin Lilian Gold und um 19.30 mit dem Singer Songwriter Eniola Falase. Am 26. und 27. Juli jeweils um 21 Uhr bringen der Gitarrist Peter Musebrink (Deep Dive Corp.) aus Bremen, der DJ Mads Nordheim (Mashti Project) aus Kopenhagen und der Sänger Sebastian Lilja (Hush Forever) aus Malmö unter dem Namen DMH Ibiza Vibes nach Hamburg. Am 28. Juli ist um 19.30 Uhr das schwedisch-südafrikanische Sängerinnen-Duo Fjarill zu Gast. Ein weiteres Highlight ist Ravels Sonate für Violine und Violoncello, aufgeführt von Sono Tokuda und Valentin Priebus. Beide sind Mitglieder des NDR Elbphilharmonie Orchesters (27.07.,16 Uhr; 28.07.,18 Uhr). Die Schauspielerinnen Maureen Havlena und Theresa Berlage – beide sind Mitbegründerinnen der Vorlesemanufaktur - wecken am 22. Juli um 18 Uhr mit Heinrich Heines »Deutschland ein Wintermärchen« die Reisebilder des Dichters zum Leben. Das Vorlese-Duo Maureen Havlena und Alexander Kruuse Mettin lassen drei Stimmen aus dem Nachbarstaat Dänemark zu Wort kommen und lesen am 25. Juli um 16 Uhr ausgewählte Werke von Jonas Eika, Madame Nielsen und Carsten Jensen. Zusammen mit Silvia Varelli bringen bringen Paul Glaser & Friends am 30./31.Juli und 1. August jeweils um 15 Uhr Tanz und Musik auf die Outdoor-Bühne in der Drillingsbar.

 

Das komplette Programm von »Hamburger Kultur International«, gefördert im Rahmen des Kultursommers Hamburg, unter: www.movethenorth.com/hamburgerkultursommer.

 

Das 2019 gegründete Festival Move the North schlägt eine kulturelle Brücke zwischen den Städten Hamburg, Kopenhagen und Malmö und bringt Kulturschaffende aller Sparten zusammen. Als nachhaltig und strategisch konzipierte Netzwerkplattform für kulturellen Austausch und internationale Koproduktionen, präsentiert Move the North ein ganz neues Konzept: Durch grenzübergreifende Kulturveranstaltungen in Deutschland, Dänemark und Schweden wirbt das Festival für die kulturellen und kreativen Szenen der Stadt Hamburg lokal sowie auch international.

 

The English Theatre of Hamburg wurde 1976 gegründet und ist seitdem ein fester Bestandteil der Hamburger Kulturszene. Es ist das älteste Englischsprachige Theaterhaus in Deutschland. Das Theater unter der Leitung von Paul Glaser hat kein festes Ensemble, sondern arbeitet mit freischaffenden Künstler*innen aus Hamburg und Gastdarsteller*innen aus London zusammen.

 

Fotos: Maik Reishaus, DMH, Rebecca Hoppé, Felix Luiz, Anne de Wolff, Anni Büsch

VRHAMMY AWARD 2021

VRHAMMY AWARD 2021


Die VR-Arbeit Reeducated von Sam Wolson ist mit dem VRHAMMY AWARD 2021 ausgezeichnet worden. Eine lobende Erwähnung erhielten Michelle & Uri Kranot für The Hangman at Home.

 

Die internationale Jury (Caroline Monnet, Künstlerin und Regisseurin, Kanada; Manuel Rossner,VR-Künstler, Deutschland und Tricia Tuttle, Festivaldirektorin BFI London Film Festivals, London) lobte Reeducated »eine neue Form des investigativen Journalismus in einer Arbeit, die ein Licht auf eine dringende menschliche Krise im Nordwesten Chinas wirft, eine politische Situation, die zu wenig bekannt ist.«

 

Reeducated ist eine Dokumentation des »New Yorker« über ein »Umerziehungslager« in Xinjiang. Drei Männer erinnern sich an ihre Inhaftierung in derselben Einrichtung. Seit 2016 haben die Behörden im chinesischen Xinjiang einen der umfangreichsten Polizeistaaten der Welt errichtet. Im Jahr 2018 wurden bis zu einer Million Menschen in einem riesigen Netzwerk von »Umerziehungszentren« festgehalten – wahrscheinlich die größte Masseninternierung von ethnischen und religiösen Minderheiten seit dem Zweiten Weltkrieg. Mit stundenlangen Zeugenaussagen aus erster Hand und handgezeichneten Animationen rekonstruiert der mehrfach preisgekrönte immersive Filmregisseur und Fotograf Sam Wolson die Erfahrung der Inhaftierung und politischen Umerziehung in einem immersiven dreidimensionalen Raum.

 

Die Jury vergab eine besondere Erwähnung an The Hangman at Home und lobte die ergreifende Erzählweise. »Der Einsatz von immersiven Techniken durch die Künstler fordert das Publikum auf, vollständig einzutauchen und die Umgebung zu erforschen, um ihre Geheimnisse zu entschlüsseln. Uns gefiel die Wahl der verschiedenen Perspektiven – von der wechselnden Position des Zuschauers bis hin zum direkten Blick der Protagonisten auf den Betrachter.«

 

In  The Hangman at Home erforscht das Künstler*innen-Duo Michelle & Uri Kranot als animiertes VR-Projekt das Unangenehme und Intime des Menschseins. Fünf miteinander verwobenen Geschichten präsentieren uns Menschen in heiklen Situationen: zerbrechlich, verspielt, erschrocken, nachdenklich, verwirrt, neugierig. Situationen, in denen wir uns alle sehr ähnlich sind, und die uns dazu anhalten, die eigene Verantwortung zu erkennen und unsere Handlungen zu hinterfragen.

 

Das VRHAM! Virtual Reality & Arts Festival läuft noch bis zum 12. Juni 2021 im Hamburger Oberhafen und online. www.vrham.de

 

 

Ausgezeichneter Kulturfunke

Ausgezeichneter Kulturfunke


Die Lübecker Possehl-Stiftung ist für die Aktion »Kulturfunke« mit dem Deutschen Kulturförderpreis ausgezeichnet worden. Der vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. und dem Handelsblatt vergebene Preis würdigt mit dem erstmalig ausgeschriebenen »Sonderpreis für ein herausragendes Kulturprojekt im Kontext von Covid 19« die Aktion »Kulturfunke«, ein Kooperationsprojekt der Possehl-Stiftung und der Initiative Kulturtreibhaus, als flexible und nachhaltige Unterstützung der Kulturszene.

 

Überzeugt hat die Jury (Dr. Clemens Börsig, Vorstandsvorsitzender Kulturkreis der deutschen Wirtschaft; Juryvorsitz, Dr. Thomas Bellut, Intendant ZDF; Laura Berman Intendantin der Staatsoper Hannover; Prof. Udo Dahmen, Künstlerischer Direktor und Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg; Sky du Mont, Schauspieler, Ingrid Haas, Mitglied der Gesellschafterversammlung der Deutsche Börse Photography Foundation), Anja Lehner, Vorsitzende Arbeitskreis Kulturförderung (AKF) im Kulturkreis; Dr. Franziska Nentwig, Geschäftsführerin Kulturkreis der deutschen Wirtschaft; Sebastian Matthes Chefredakteur Handelsblatt; Staatsminister Bernd Sibler Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst) »dass die Aktion im Herbst 2020 und im Frühjahr 2021 nochmals aufgelegt wurde – und auch über die Krise hinaus fortbestehen soll. Die Possehl-Stiftung hat es geschafft, aus der Krisensituation heraus ein Projekt zu entwickeln, das die Stadtgesellschaft zukunftsweisend bereichert.«


Max Schön, Vorsitzender der Possehl-Stiftung: »Wir sind glücklich und stolz, dass der Kulturfunke nun über die Grenzen Lübecks hinausspringt und danken der Jury und dem Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft für diese Auszeichnung und die Würdigung unserer Arbeit. Der Preis wird der Possehl-Stiftung Ansporn sein, weiterhin beweglich und nachhaltig zu handeln. Vor allem danken wir den Kulturschaffenden, die in einer für sie besonders schweren Zeit mit bisher rund 1.200 Veranstaltungen an über 400 Orten in Lübeck unser Leben bereichert haben – sie haben sich mit viel Kreativität und Mut aktiv der Krise entgegengestellt. Von der Flexibilität und Innovationskraft, die der Kulturszene entspringt, könnten auch andere Bereiche unserer Gesellschaft heute und in Zukunft profitieren und lernen.«

 

Die Possehl-Stiftung hatte sich um den Preis beworben, um für die Aktion überregional zu werben und Stiftungen, Unternehmen oder andere fördernde Einrichtungen für die Idee einer flexiblen Kulturförderung wie die des »Kulturfunken« zu begeistern.
126 Unternehmen und unternehmensnahe Stiftungen haben sich mit 132 Projekten um den Deutschen Kulturförderpreis 20/21 beworben, darunter über 40 mit Bezug zur Covid 19-Pandemie.

Die Aktion »Kulturfunke« – Kultur trotz(t) Pandemie


Gemeinsam mit dem Lübecker Kulturtreibhaus, einer freien Initiative von Kulturschaffenden und -institutionen, entwickelte die Possehl-Stiftung im Mai 2020 die Aktion »Kulturfunke«: Freie Künstler:innen und Kulturschaffende, die durch das Raster der gängigen Förderangebote in der Corona-Krise fallen, können sich mit einem Vorhaben um eine Förderung in Höhe von jeweils bis zu 6.000 Euro bewerben. Die Mittel stehen den Kulturschaffenden sofort nach der Bewilligung bereit. So konnte die Stiftung in kürzester Zeit einen Beitrag dazu leisten, Kultur in den Alltag der Lübecker:innen zurückzubringen und die vielfältige kulturelle Szene zu unterstützen.
Der Vorstand der Possehl-Stiftung hat für die Aktion »Kulturfunke« 2020 und 2021 bisher rund 2,1 Mio. Euro bewilligt. 229 Projekte wurden in den ersten beiden Förderrunden von einem mit Kulturschaffenden besetzten Gremium ausgewählt: 110 Projekte mit rund 700 Einzelveranstaltungen wurden im zweiten Halbjahr 2020 umgesetzt, 119 Vorhaben mit rund 1.000 Veranstaltungen folgen bis August. Für die aktuell dritte Ausschreibung sind 262 Anträge eingegangen, über die ein unabhängiges Auswahlgremium in Kürze entscheiden wird. Für die Fortsetzung der Aktion bis zum Jahresende stehen zunächst 480.000 Euro bereit.


Neben der Förderung der Kulturschaffenden hat die Possehl-Stiftung auch wertvolle strukturelle Arbeit geleistet: Das vierköpfige Team des Kulturtreibhauses hat Anfang des Jahres ein Quartier in einem ehemaligen Ladengeschäft in der Innenstadt bezogen und steht der freien Kulturszene mit Rat und Tat zur Seite. Auf der Veranstaltungsplattform www.kulturfunke.de werden die Aktivitäten der Künstler:innen sowie die Vernetzungs-, Beratungs- und Workshopangebote des Kulturtreibhauses über Lübecks Grenzen hinaus – in der gesamten Metropolregion Hamburg – bekannt gemacht.


Über das Projekt – Stimmen von Kulturschaffenden zur Aktion »Kulturfunke«:


Valeska Achenbach, Fotografin aus Hamburg:
»Diese Aktion ist für uns Solo-Selbständige eigentlich das Gegenteil zu vielen anderen Förderangeboten, weil hier Möglichkeiten und nicht Probleme im Zentrum stehen. Und dann sind da noch die persönlichen Erfahrungen – für meinen Kulturfunken habe ich über 40 verschiedene Menschen fotografiert und dabei ganz viel Berührendes erfahren über ihre Corona-Zeit und ihren Blick in die Zukunft. Ich bin sicher, es wird auch über diese schwierige Zeit hinaus etwas Gutes für mich und uns bleiben, ganz besonders diese wertvollen neuen Kontakte.«

Juliane Sandberger, Konzert- und Oratoriensängerin aus Lübeck:
»Mir fehlen die großen Oratorienaufführungen und Konzerte wie zum Beispiel in den Lübecker Innenstadtkirchen. Dafür habe ich jetzt auch in abgelegeneren Stadtteilen ganz neue Räume für mich entdeckt, die ich früher einfach nicht wahrgenommen habe. Es war berührend, wie sehr die Menschen in Zeiten, in denen sie im Gottesdienst selbst nicht singen dürfen, empfänglich und dankbar für unsere Musik waren.«

Gespür für Oscars

Gespür für Oscars


Der FILMFEST-Abschlussfilm des letztjährigen Programms, Nomadland, von Chloé Zhao ist der Gewinnerfilm bei den  vergebenen Academy Awards. Das Werk über moderne Nomaden in den USA wurde als bester Film ausgezeichnet, Chloé Zhao als zweite Frau in der Geschichte der Awards überhaupt als beste Regisseurin und Frances McDormand bekam den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Weitere Oscar-Filme sind Der Rausch von Thomas Vinterberg (Bester internationaler Film) und Sound of Metal (Bester Schnitt) von Darius Marder.

In Sound of Metal muss der Band-Musiker und Schlagzeuger Ruben einen schweren Schicksalsschlag verkraften: er verliert sein Gehör. Für den besten Schnitt bekam der Film Editor Mikkel E.G. Nielsen die begeehrte Trophäe. Als Bester internationaler Film wurde Der Rausch von Thomas Vinterberg über vier Freunde, die ein alkoholisches Selbstexperiment starten, mit dem Oscar ausgezeichnet.

»Wir freuen uns sehr für die Auszeichnung dieser drei Filme, die wir im letzten Jahr im Programm hatten«, sagt FILMFEST-Leiter Albert Wiederspiel. »Und was für ein großartiger Erfolg für Chloé Zhao, sie ist eine sehr besondere Regisseurin, mit einer ganz eigenen Handschrift. Wir gratulieren ihr und ihrer wunderbaren Hauptdarstellerin Francis McDormand von ganzem Herzen.«

FILMFEST HAMBURG hat bereits alle Langfilme von Chloé Zhao gezeigt: 2015, Songs My Brothers Taught Me und 2017 The Rider, der unter anderem mit dem Art Cinema Preis ausgezeichnet wurde.

 

Die 93. Oscarverleihung fand am 25. April in Los Angeles statt.

 

Fotos: The Walt Disney Company Germany, Weltkino/Henrik Ohsten, Protagonist

Technologie & Innovation

Technologie & Innovation


Der erste von VRAHM! ausgeschriebene Open Call für das EU-geförderte Projekt REAL –IN ist geschlossen. Bis zum 15. März konnten sich kreative Teams und Künstler*innen bewerben, die im Bereich der Interaktiven Kunst arbeiten und in ihrem bestehenden oder aktuellen Projekt den Einsatz von 3D-Scanning-Technologien erproben wollen.

 

Insgesamt wurden 88 Projekte aus 27 Ländern eingereicht. Die Mitglieder der internationalen Fachjury, Judith Guez ( Gründerin und Kuratorin/ Rector VRso Festival), Lilli Paasikivi-Ilves (Künstlerische Leiterin /Finnish National Opera), Tomás Saraceno (Performance und Installationskünstler) und Ulrich Schrauth (Künstlerischer Leiter/VRHAM! Virtual Reality & Arts Festival), wählen bis Ende März ein künstlerisches Team für die einwöchige Residenz in Marseille aus. Die Preisträger werden von der Firma Dark Euphoria technisch und redaktionell begleitet und erhalten ein Produktionsbudget in Höhe von 10.000 Euro. Die ersten Ergebnisse werden im Rahmen des VRHAM! Festivals präsentiert.

 

REAL IN ist ein kulturspartenübergreifendes und cross-sektorales Forschungsprojekt von VRHAM! Virtual Reality & Arts Festival (Hamburg), La Manufacture (Avignon), MEET Digital Culture Center (Mailand) und ESPRONCEDA Institute of Arts & Culture (Barcelona). Zusammen mit der mehrfach ausgezeichneten Produktionsfirma Dark Euphoria (Marseille) möchten die vier europäischen Partner*innen aus den Bereichen Interaktive Kunst, Theater, Musik, Mode und Design den Einsatz von 3D- Scantechnologie in Kombination mit immersiven Technologien für die Kreativwirtschaft weiterentwickeln.


Oscar Chancen

Oscar-Chancen

Vier Filme aus dem letztjährigen FILMFEST HAMBURG-Programm dürfen auf die wichtigste Auszeichnung hoffen. Nomadland, Sound of Metal und Der Rausch sind gleich mehrfach nominiert worden. Als bester internationaler Film geht neben Der Rausch für Dänemark auch Quo Vadis, Aida für Bosnien-Herzegowina ins Oscar-Rennen.

Der FILMFEST-Abschlussfilm Nomadland von Chloé Zhao ist wurde in den Kategorien Bester Film, Beste Regie (Chloé Zaho), Bester Schnitt (Chloé Zhao), Bestes adaptiertes Drehbuch (Chloé Zaho), Beste Kamera (Joshua James Richards) und Beste Schauspielerin in einer Hauptrolle (Francis McDormand) nominiert. Nomadland erzählt von einer Frau, die sich in ihrem Van auf den Weg macht, um als moderne Nomadin ein Leben außerhalb der konventionellen Gesellschaft zu führen.

In Sound of Metal muss der Band-Musiker und Schlagzeuger Ruben einen schweren Schicksalsschlag verkraften: er verliert sein Gehör. Der Film von Darius Marder wurde als Bester Film nominiert. Auch die Schauspieler Riz Ahmed (Bester Schauspieler in einer Hautrolle) und Paul Raci (Bester Schauspieler in einer Nebenrolle) haben Chancen auf einen Oscar. Sound of Metal ist außerdem in den Kategorien Bestes Originaldrehbuch (Darius Marder, Abraham Marder), Bester Schnitt (Mikkel E.G. Nielsen) und Bester Ton (Nicolas Becker, Jaime Baksht, Michelle Couttolenc, Carlos Cortés und Phillip Bladh ) nominiert.

Als Bester internationaler Film geht Der Rausch von Thomas Vinterberg über vier Freunde, die ein alkoholisches Selbstexperiment starten, ins Oscar-Rennen. Der dänische Regisseur ist außerdem in der Kategorie Beste Regie nominiert. Auch Quo Vadis, Aida von Jasmila Žbanić, eine filmische Verarbeitung der Massaker von Srebrenica, wurde in der Kategorie Bester internationaler Film für Bosnien-Herzegowina nominiert.

Die 93. Oscarverleihung findet am 25. April in Los Angeles statt.


VRHAM! FORWARD

Experimente erwünscht!


Für das neue Programm VRHAM! FORWARD in Kooperation mit demInstitut für theatrale Zukunftsforschung (ITZ) am Zimmertheater Tübingen sucht VRHAM! für die aktuelle Festivalausgabe vom 4. bis 12. Juni 2021 Künstler*innen, die Lust haben mit Virtual und Augmented Reality im Bereich der darstellenden Künste zu experimentieren. Zwei kreative Teams haben die Möglichkeit, vor dem Festival in einwöchigen Residenzen beim ITZ ihre bereits konzipierten oder neuen immersiven Projekte (weiter) zu entwickeln und bei VRHAM! zu präsentieren. Der Open Call startet am 3. März 2021.

 

VRHAM! FORWARD

 

VRHAM! lädt Künstler*innen aus Europa ein, die Möglichkeiten von VR und AR für die darstellenden Künste zu erforschen und auszuloten, wie diese Technologien in performative Formate integriert werden können. Die eingereichten bereits konzipierten Projektvorhaben oder künstlerische Arbeiten im Anfangsstadium werden im Rahmen einer einwöchigen Residenz im Zeitraum 1. bis 16. Mai 2021 beim ITZ fortgeführt und von namhaften internationalen Mentor*innen vor Ort begleitet. Ein erster Projektstand soll am Eröffnungswochenende von VRHAM! präsentiert werden.

 

Der Open Call startet am 3. März und endet am 31. März 2021.

 

VRHAM! FORWARD wird gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. In Kooperation mit dem Institut für theatrale Zukunftsforschung am Zimmertheater Tübingen.

 

Das Institut für theatrale Zukunftsforschung (ITZ) im Zimmertheater Tübingen versteht sich als Antwortversuch auf die Frage nach dem „Stadttheater der Zukunft“. Als Musterbühne für Stückentwicklungen mitten im Cyber Valley in Baden-Württemberg hat das ITZ innerhalb von zwei Spielzeiten durch eine konsequente Hybridisierung, Profilierung und Diskursivierung des Spielplans innerhalb der europäischen Kulturlandschaft eine Vorreiterrolle übernommen. Mit einem eigenen festen Ensemble und als Produktionshaus und Residenzort für die internationale Freie Szene werden im hybriden semi-stagione Betrieb Stückentwicklungen und Koproduktionen in Tübingen erarbeitet.

VRHAM! Open Call

Kunst und Kreative gesucht!


 

 

Für die 4. Ausgabe des VRHAM! Virtual Reality & Arts Festivals vom 4. bis 12. Juni 2021 in Hamburg werden wieder die aktuellsten künstlerischen VR-, AR- und Mixed Reality-Projekte aus aller Welt gesucht. Als einer von fünf Partnern des EU-Projektes REAL-IN freut sich VRHAM! außerdem über Bewerbungen von Einzelkünstler*innen und Künstler*innen-Teams, die im Rahmen ihrer Projekte die Möglichkeiten von 3D-Scantechnologie in einer Residency erforschen wollen. Beide Open Calls starten am 1. Februar.

 

 OPEN CALL VRHAM! 2021

 

VRHAM! lädt VR Künstler*innen aus aller Welt ein, ihre aktuellen Virtual Reality-, Augmented Reaity- und Mixed Reality-Projekte einzureichen. Akzeptiert werden Installationen, 360°-Filme, Live-Performances und interaktive Arbeiten. Die ausgewählten Werke werden im Programm 2021 sowohl physisch in Hamburg als auch weltweit digital präsentiert. Alle eingereichten Projekte gehen außerdem ins Rennen um den mit 5.000 Euro dotierten VRHAMMY AWARD, der am Eröffnungsabend des Festivals von einer internationalen Jury vergeben wird.  Der Open Call startet am 1. Februar und endet am 28. Februar 2021.

  

OPEN CALL REAL-IN: INTERAKTIVE KUNST

 

Für den von VRHAM! ausgeschriebenen Open Call im Rahmen des EU-Projektes REAL-IN können sich Kreative und Künstler*innen bewerben, die im Bereich Interaktive Kunst arbeiten und mit ihrem bereits bestehenden (oder in Entwicklung befindenden) künstlerischen Projekt den Einsatz von 3D-Scantechnologie erforschen und im Rahmen einer einwöchigen Residency weiterentwickeln wollen. Das ausgewählte Kreativteam stellt die Ergebnisse der Residency während des VRHAM! Festivals in Hamburg (4.-12. Juni 2021) im Rahmen einer Konferenz der Branche vor.  Der Open Call startet am 1. Februar und endet am 15. März 2021.